Lügde-Ausschuss nimmt seine Arbeit wieder auf

Ingo Kalischek

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Akten zum Fall Lügde: Der Prozess ist vorbei. Jetzt beginnt die politische Aufarbeitung im Untersuchungsausschuss. - © Bernhard Preuss
Akten zum Fall Lügde: Der Prozess ist vorbei. Jetzt beginnt die politische Aufarbeitung im Untersuchungsausschuss. (© Bernhard Preuss)

Düsseldorf. Der Untersuchungsausschuss im Düsseldorfer Landtag, der sich mit dem Missbrauchskomplex von Lügde auseinandersetzt, hat nach der Wahl erneut seine Arbeit aufgenommen. Die Mitglieder kamen gestern zur konstituierenden Sitzung zusammen, um den Ablauf zu besprechen. Neuer Vorsitzender ist der CDU-Abgeordnete Dietmar Panske aus dem Münsterland, der bislang als Obmann für die CDU in dem Gremium tätig war.

Er folgt auf den SPD-Politiker Martin Börschel, der sich aus der Landespolitik verabschiedet hat. Der Ausschuss wurde bereits im Laufe der vergangenen Legislatur eingesetzt, um mögliche behördliche Versäumnisse im Zuge des Falls Lügde aufzuarbeiten. Dafür hatten die Abgeordneten in gut zwei Jahren rund 120 Zeugen vernommen und 400.000 Seiten Akten studiert. Da sie zum Ende der Wahlperiode noch offene Fragen sahen, einigten sich die Fraktionen darauf, dass der Ausschuss in die nächste Runde geht.

Zwei verurteilte Haupttäter

Die beiden Haupttäter im Missbrauchskomplex von Lügde waren 2019 zu 13 Jahren und zwölf Jahren Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Sie sollen mindestens 32 Kinder missbraucht haben. Der Ausschuss will drei Schwerpunkte in den Blick nehmen. Dazu zählen unter anderem die Ermittlungsarbeit der Polizei und der Staatsanwaltschaft sowie die Kommunikation der Jugendämter mit anderen Behörden. In ihrem 4000-seitigen Zwischenbericht üben die Abgeordneten bereits viel Kritik an Behörden wie den Jugendämtern.

Die Rede ist von strukturellen Fehlern, die dazu beigetragen hätten, dass das Leiden der missbrauchten Kinder unnötig verlängert worden sei. Auch die Rolle der Landesregierung soll untersucht werden. Neu hinzu kommt der Untersuchungsbereich des Sozial- und Gesundheitssystems. „Ich bin fest davon überzeugt, dass auch der neue Ausschuss mit großer Ernsthaftigkeit und Klarheit die Aufarbeitung der zutiefst verstörenden sexualisierenden Gewalt gegen Kinder weiter aufklären wird", sagte Panske.

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