Lügde-Falkenhagen. Zum vierten Konzert in der Reihe „Lippischer Orgelsommer“ hatte das 1247 gegründete ehemalige Zisterzienserkloster Falkenhagen eingeladen, und die Resonanz war überwältigend. Vor genau 20 Jahren begann die Veranstaltungsreihe in der Kirche in Heiden und fand nun, nach dreijähriger Coronapause, zum 17. Mal statt. Das bewährte Konzept mit den sechs „K“ (Kirche, Konzert, Kultur, Kommunikation, Kaffee und Kuchen) fand sich auch in Falkenhagen wieder, wo Pfarrer Dietmar Leweke die Gäste zunächst zu einer informativen Führung lud, dem das gemeinsame Kaffeetrinken folgte. Konzert als Höhepunkt Höhepunkt war schließlich das Konzert in der Klosterkirche „Orgel plus Gesang“, präsentiert von Svenja Rissiek, Mezzosopran, und Martin Kohlmann an der Orgel. Allerdings bekam das Publikum die beiden Interpreten erst nach dem Konzert zu Gesicht, als sie von der Orgelempore herabstiegen, um den rauschenden Beifall entgegenzunehmen. Der Beginn gehörte Johann Sebastian Bach, dessen „Präludium und Fuge C-Dur BWV 531“ zu den schönsten Orgelwerken des noch ganz jungen Bach gehört. Beim „Sei stille dem Herrn“ aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, der den Psalmtext vertont hatte und die Geschichte des gleichnamigen Propheten aus dem Alten Testament erzählt, kam der sauber strahlende Mezzosopran sehr schön zur Wirkung. Von Alexandre Guilmant, dem französischen Orgelvirtuosen und wegweisenden Orgelkomponisten des 19. Jahrhunderts, wurden zwei Stücke beigesteuert. Zunächst die „II. Meditation aus Sonate Nr. 6. Op. 86“, dann auch das „I. Allegro con fuoco aus Sonate Nr. 6 op. 86“. Hier sprühte virtuos das Orgelfeuer, wie „con fuoco“ (mit Feuer) auch vorgibt. Mezzosopran agiert kraftvoll Zwischen diesen beiden Stücken das „Magnificat für Mezzosopran und Orgel“ des im Jahr 1946 in Budapest geborenen Zsolt Gárdonyi, bei dem der Mezzosopran kraftvoll agierte und die modernen Tendenzen angenehm hörbar machte. Aus den „6 religiösen Gesängen für tiefe Stimme und Orgel“ des in Liechtenstein geborenen Josef Gabriel Rheinberger, der aber sein Leben lang in München wirkte, so dass er häufig als deutscher Komponist bezeichnet wird, brachten Svenja Rissiek und Martin Kohlmann zwei Stücke zu Gehör. Das „Ave Maria“ und „Ich bin des Herrn“ bildeten den Schlusspunkt eines beeindruckenden Konzerts, bevor die Gemeinde mit dem gemeinsam gesungenen „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ noch ein Ausrufezeichen setzte.