Lügde. Seit fünf Jahren ist er der Chef der Lügder Verwaltung: Torben Blome (SPD). Und die Politik scheint zufrieden mit ihrem Bürgermeister zu sein, wird er doch von allen Fraktionen im Rat - also seiner SPD sowie CDU und FWG - unterstützt. Bereits im März erklärten sie gemeinsam, dass sie Blome „als kompetenten, engagierten und verlässlichen Bürgermeister schätzen und ihn bei seiner Wiederwahl unterstützen wollen“. Doch kurz vor der Wahl knatscht es nun im Gebälk. Der Grund: Torben Blome „bricht mit dem Lügder Weg“, werfen ihm CDU und FWG vor, mehr noch, sprechen sie in einer Pressemitteilung sogar von Wählertäuschung durch die SPD. Denn Blome tritt nicht nur als einziger Bürgermeisterkandidat in der Osterräderstadt an, er kandidiert gleichzeitig für die SPD als Ratskandidat im Wahlbezirk 20 und steht auf Platz 1 der SPD-Reserveliste. Das ist nicht verboten, jedoch kann ein Bürgermeister nicht als gewähltes Mitglied in den Rat einziehen, da er diesem qua Amt und Gesetz bereits angehört. Sprich: Wird Blome als Bürgermeister wiedergewählt - was ja durchaus wahrscheinlich ist - würde Peter Stövesand als Ersatz für ihn in den Rat einziehen. Lange überlegt Er habe lange abgewogen, ob er als Spitzenkandidat der SPD antrete und in einem Wahlbezirk kandidiere, sagt Blome auf LZ-Nachfrage. Und sich letztendlich dafür entschieden, „um den Bürgern ein Angebot zu machen“. Bei der Kommunalwahl 2020 sei er schließlich ebenfalls als Bürgermeisterkandidat und Spitzenkandidat der SPD ins Rennen gegangen - auch wenn es dieses Mal ein wenig anders sei, da niemand sonst um den Chefsessel im Rathaus ins Rennen geht. Im Übrigen sei das nicht nur in Lügde der Fall, sondern ebenso in Dörentrup oder beispielsweise auch Lemgo. „Allerdings hätte die Kommunikation diesbezüglich besser sein müssen, das muss ich mir zurechnen lassen“, räumt Torben Blome ein. Er habe den Bürgern mit seiner Kandidatur ein Angebot machen wollen, er und seine Partei wollten den Menschen einen Kandidaten bieten, dem sie bereits vertrauen, gerade in diesen unruhigen Zeiten. „Aber ich versehe die Kritik schon ein Stück weit.“ CDU und FWG nennen es eine „klare Täuschung der Wählerinnen und Wähler“, und dass Peter Stövesand für Blome, sollte er wieder Bürgermeister werden, nachrücke, werde „den Bürgerinnen und Bürgern nicht offen präsentiert“, kritisieren die Fraktionsvorsitzenden Thomas Blum (CDU) und Klaus Meier (FWG). Diesen Vorwurf wiederum weist Blome nachdrücklich zurück, schließlich seien die Wahllisten jederzeit für jedermann öffentlich einsehbar. Vertrauen zurückgewinnen „Wer sich im Vorfeld auf gemeinsame Lösungen einigt, dann aber im Hintergrund doppeltes Spiel betreibt, verspielt Glaubwürdigkeit und Vertrauen.“ CDU und FWG kündigen an, dieses Vorgehen nicht einfach hinzunehmen, sie wollten „genau hinschauen und deutlich machen, dass die SPD mit solchen Methoden den ,Lügder Weg’ verlässt – zum Schaden der Stadt und der Menschen“, heißt es weiter. Torben Blome indes ist überzeugt, er und die SPD hätten keinen Wortbruch begangen - auch wenn die Kandidatur für den Rat anders und besser hätte kommuniziert werden müssen. „Die Verantwortung dafür liegt allein bei mir, nicht bei der SPD und erst recht nicht bei Peter Stövesand, der erstmalig bei der Wahl kandidiert. Ich nehme die Kritik ernst und räume Fehler in der Transparenz, der Kommunikation und im Stil ein.“ Er hoffe, dass die bisher gute und konstruktive Zusammenarbeit darunter nicht leide, sagt der SPD-Mann und betont, er wolle das Vertrauen zurückgewinnen. Transparenzhinweis: Dieser Text wurde aktualisiert.