Die Südstadtschule ist immer noch nicht fertig gebaut

Gunter Held und Knut Dinter

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In der Südstadtschule werden zwar schon Kinder unterrichtet, so richtig fertig ist sie aber noch nicht. - © Gunter Held
In der Südstadtschule werden zwar schon Kinder unterrichtet, so richtig fertig ist sie aber noch nicht. (© Gunter Held)

Oerlinghausen. Seit dem Ende der Sommerferien kann im Neubau des Oerlinghauser Grundschulverbundes in der Südstadt unterrichtet werden. Allerdings sind noch Restarbeiten zu erledigen. Von diesem Manko fühlen sich vor allem Eltern der Offenen Ganztagsschule (OGS) betroffen. Die Kinder seien teilweise auf einer Baustelle untergebracht, beschwerte sich ein Vater, der sich darin mit anderen betroffenen Familien einig sieht. Das Thema war in der vergangenen Woche auch im Bau- und im Schul- und Kulturausschuss angesprochen worden. So erfuhren die Kommunalpolitiker, dass, weil die Brandschutztüren bei Aufnahme des Schulbetriebes noch nicht geliefert worden waren, Kosten in Höhe von 20.000 Euro für einen Wachdienst ausgegeben wurden.

Sven Jansen hatte sich den Start seines Sohnes in der neuen Schule nun wirklich anders vorgestellt. Der Siebenjährige hatte zuvor die Grundschule in Lipperreihe besucht. „Es kann nicht sein, dass unsere Kinder aus einer gut ausgestatteten und funktionierenden OGS herausgerissen werden und in der Südstadt in einer Baustelle untergebracht werden“, sagte Jansen. Vor allem aber sind die eigentlichen OGS-Räume noch nicht fertiggestellt und auch der Indoor-Spielplatz befinde sich noch im Bau, bemängelte Jansen, der als gewählter Elternvertreter der Schulkonferenz angehört.

Die OGS-Kinder seien nur notdürftig in Klassenräumen untergebracht, die anschließend wieder komplett aufgeräumt und sauber gemacht werden müssten. Die AWO-Beschäftigten leisteten gute Arbeit, jedoch vernünftige Angebote seien so nicht möglich. Für das Spiel im Freien könne zwar der Hof genutzt werden, der aber keinerlei Spielgeräte besitzt.

Auch darüber informierte Fachbereichsleiter Marcel Jagnow. Der Indoor-Spielplatz müsse noch vom TÜV abgenommen werden, danach werden die Tischler loslegen. Und für den Außenbereich seien eine Kletteranlage und ein Zweifachreck bestellt worden. Liefertermin: Anfang November. Auch die Elektroinstallation soll kurzfristig fertiggestellt werden.

»Das Verständnis ist schon lange aufgebraucht«

Am meisten ärgerten sich die Eltern über das in der Anfangszeit angebotene Mittagessen. „Es kann ja wohl nicht sein, dass wir täglich Junk, beziehungsweise Fast Food gutheißen“, so Jansen. „Denn Pizza, Hot Dogs oder Burger kann ich leider nicht anders nennen.“ Erst nach Beschwerden der Eltern sei dies geändert worden.

Marcel Jagnow gestand, dass der Fettabscheider noch nicht eingebaut sei, so dass die Küche nicht genutzt werden könne. Die Arbeiterwohlfahrt als Träger der OGS und Mitarbeitern der Stadtverwaltung sei es gelungen, kurzfristig dennoch eine Mittagsverpflegung anzubieten. Der Lippische Kombiservice (LKS), der auch die Heinz-Sielmann-Schule versorgt, werde bis auf weiteres ein gesundes und qualitativ ansprechendes Essen liefern.

Jagnow erklärte außerdem, dass die Trennung von Stadtteiltreff und Schule aktuell noch nicht wirklich vollzogen sei, dass dies aber in Kürze behoben werde. Und auf Nachfrage von Carl Beneke sagte er, dass die Türen in der Schule und im Stadtteiltreff demnächst alle abgeschlossen werden können.

„Mir drängt sich die Frage auf, warum die OGS nicht an dem Standort Lipperreihe bleiben konnte, bis die neuen Räumlichkeiten in der Südstadt vollkommen fertiggestellt sind und einsatzbereit sind“, sagte Jansen. „Denn hier am Standort Lipperreihe haben wir alles funktionsfähig und einsatzbereit.“ Als alternative Lösung hätte man doch die Eröffnung des neuen Schulgebäudes verschieben können.

Jansen hat bereits mehrfach das Gespräch mit der Schulleiterin gesucht, die Arbeiterwohlfahrt als Träger der OGS sowie das Schulamt der Bezirksregierung angeschrieben. Zum Teil erhielt er keine Antwort, was ihn zu der Äußerung veranlasst: „Im Endeffekt passiert nichts, wir werden einfach nicht ernst genommen“, meinte er. „Wir wurden um Verständnis gebeten, aber das ist schon lange aufgebraucht.“

In einem Schreiben an alle Eltern der Grundschüler hatte Bürgermeister Dirk Becker dazu Stellung genommen. Der Stadtverwaltung sei zugesichert worden, dass nach den Sommerferien eine funktionsfähige Schule und OGS fertiggestellt sei. Während der Bauphase habe es auch keine Probleme gegeben. In Folge der Hochwasserkatastrophe sei es jedoch „zu erheblichen Lieferverzögerungen bei einigen notwendigen Baumaterialien“ gekommen.

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