Oerlinghausen. Die Südstadtschule lässt den Bauausschuss nicht zur Ruhe kommen. Vornehmlich die Initiative Oerlinghausen (IO), die mit einem Mitglied im Ausschuss vertreten ist, findet immer wieder Kritikpunkte und stellt Fragen. Zunächst berichtete Marc Plaßmann, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, über den Sachstand der Beseitigung von baulichen Mängeln. Dabei führte er aus, dass es beim zuständigen Architekturbüro, das auch die Bauleitung innehatte, offensichtlich zu einem Sinneswandel hinsichtlich der Risse gekommen sei, die die IO im Dezember bemängelt hat. Architekt: Keine Auswirkungen auf die Statik Noch Ende Dezember hatte Bauleiter und Architekt Marian Hachmeister betont, diese Haarrisse – sie seien alle unter 0,5 Millimeter breit – wären bei dieser Bauweise normal. Das wären Setzungsrisse. Beton würde etwa ein Jahr lang schwinden und dabei entstünden diese Risse, die jedoch keine Auswirkungen auf die Statik hätten. Jetzt informierte Plaßmann die Mitglieder des Bauausschusses, dass ein Statiker ein Monitoring zu den Rissen machen würde, was eine Beobachtung und auch Fotos dieser Schadstellen mit einschließe. Zur unterschiedlichen Höhe mancher Treppenstufen sagte Marc Plaßmann, dass ein Ausgleich vom Verleger des Bodens geschaffen werden solle. Wassereinbruch im Februar Im Übrigen habe eine Nachfrage bei der Schulleitung erbracht, dass die unterschiedlichen Stufenhöhen keine Einschränkungen im Schulbetrieb mit sich bringen würden. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Angelika Lindner wollte wissen, für wann die Endabnahme der Schule geplant sei, also wann tatsächlich alle Mängel beseitigt wären. Marc Plaßmann antwortete, dass es dafür keinen Zeitplan gebe. Dennis Thon fragte dann, ob es der Verwaltung bekannt sei, dass die Treppe falsch eingebaut worden sei. Als Plaßmann das verneinte, bat Thon ausdrücklich darum, diesen Hinweis im Protokoll aufzunehmen. Weiterhin fragte der IO-Fraktionschef, ob es bekannt sei, dass es im Februar zu einem nicht unerheblichen Wassereinbruch in einem Schulraum gekommen sei. Und zwar sei das nicht an dem Wochenende gewesen, als Orkane über die Stadt hinwegzogen, sondern an einem Wochenende davor. Da habe es lediglich stark geregnet. Er wundere sich darüber, dass es in einem Neubau, der nach dem Passivhausstandard errichtet worden sei, zu massiven Wassereinbrüchen kommen könne. Wolny kritisiert die Schulleitung Plaßmann sagte, dass ihm von einem Wassereinbruch nichts bekannt sei. Und Ausschussvorsitzender Reinhard Wollny (SPD) merkte an, dass die Schulleitung in einem solchen Fall „nicht irgendwelche Kreise informieren soll", sondern darüber der Verwaltung als Schulträger berichten müsse. Thon wiederum sagte, dass er nicht davon gesprochen habe, über diesen Umstand von der Schulleitung informiert worden zu sein und wies den Einwand zurück. „Dann bezweifle ich, dass solch ein Wassereinbruch überhaupt stattgefunden hat", konterte Wollny und er kritisierte, dass die Initiative Oerlinghausen die Südstadtschule kleinreden wolle. Der zweite Teil dieses Tagungsordnungspunktes behandelte den Antrag der IO, einen unabhängigen Bausachverständigen zu beauftragen, die Mängel an der Schule zu untersuchen. Peter Heepmann, Fraktionsvorsitzender der SPD, fragte, ob es üblich sei, einen Gutachter zu bestellen, damit der noch weitere Fehler finde. „Bei begründetem Verdacht, ja", sagte Plaßmann. Wollny wollte dann wissen, ob die Verwaltung einen Gutachter für notwendig halte. „Nach derzeitigem Stand, nein", sagte der Fachbereichsleiter. Bei der folgenden Abstimmung sprach sich lediglich der IO-Vertreter für den Antrag aus.