Schieder-Schwalenberg. Die Liste der Bürgermeisterkandidaten in Schieder-Schwalenberg wird länger. Nachdem bereits CDU, SPD und Grüne einen Bewerber ins Rennen geschickt haben, wirft nun auch Marco Müllers seinen Hut in den Ring. Der 51-jährige Schiederaner möchte den Bürgern eine parteilose Alternative auf dem Wahlzettel bieten, wie er sagt. Zielorientiert und parteiübergreifend wolle er, ohne vorbelastete oder ideologische Hintergründe, die bereits laufenden Projekte vorantreiben, aber auch gemeinsam mit dem zukünftigen Rat und den Bürgern neue Ideen und Wege für Schieder-Schwalenberg entwickeln, erklärt der Diplom-Finanzwirt. „Ich weiß, dass die Entscheidung zu meiner Kandidatur recht spät erfolgt ist“, sagt Müllers im Gespräch mit der LZ. Doch eine solche Entscheidung müsse wohlüberlegt sein, erklärt er. Gut überlegt habe er sich das Ganze, und auch die Komplettsanierung seines Hauses sei inzwischen abgeschlossen, sodass er sich nun voll und ganz auf seine Kandidatur konzentrieren könne. Viele Gespräche mit Menschen aus Schieder-Schwalenberg, von denen er Zuspruch erhalten habe, hätten die Entscheidung, Bürgermeister werden zu wollen, ebenfalls reifen lassen. Optimistisch liberale Grundhaltung „Ich glaube, dass unsere Stadt einen Kandidaten von hier benötigt, der ortsteilübergreifend und darüber hinaus gut vernetzt ist“, berichtet Marco Müllers von der Motivation seiner Kandidatur. Aktuell nehme er allgemein eine eher pessimistische Sicht auf die Dinge wahr. Er wolle es wieder optimistisch angehen und sich eine optimistisch liberale Grundhaltung zu allen Themen generell bewahren. Seinen beruflichen Werdegang beim Detmolder Finanzamt sieht er nicht nur für die tatsächliche Verwaltungsarbeit im Rathaus dienlich, sein Job habe ihm auch eine große Bandbreite an gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen aufgezeigt. Schwerpunkte seiner Arbeit waren unter anderem Vollstreckungs- und Insolvenzrecht, die steuerliche Veranlagung gemeinnütziger Vereine und Organisationen sowie von Städten und Gemeinden. Seit 15 Jahren ist er als Prüfer im Außendienst der Finanzverwaltung tätig. „Ich durfte hinter viele Fassaden schauen und dabei feststellen, wo etwas falsch läuft, aber selbstverständlich auch, wo und insbesondere warum es anderswo gut bis sehr gut läuft.“ Dieses Wissen könne ihm als Bürgermeister hilfreich sein, erklärt Müllers. Solide Finanzpolitik Als Diplom-Finanzwirt stehe er natürlich für eine solide Finanzpolitik, so der parteilose Bürgermeisterkandidat. „Ein solider Haushalt, für den wir letztlich dem scheidenden Bürgermeister in Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung nur danken können, ist Grundlage für gewisse Spielräume und Ideen, die sich dann in konkreten Projekten für eine weitere positive Entwicklung unserer Stadt zeigen können.“ Außerdem sieht er den Tourismus und die Gastronomie, die sich im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden im Umfeld sehr gut entwickelt hätten, als eine starke Säule der örtlichen Wirtschaft an. „Diese müssen wir so gut wie möglich unterstützen.“ Durch seine intensive Arbeit mit Jugendlichen kenne er ihre aktuelle Situation in der Gesellschaft, ihre Ängste und Nöte, aber auch ihre Wünsche und Hoffnungen, sagt Müllers, der seit 23 Jahren als ehrenamtlicher Leichtathletik-Trainer im Leistungssport der LG-Lippe-Süd aktiv ist. „Dabei habe ich Jugendliche bis zu den deutschen Meisterschaften begleitet und für den Bundeskader qualifiziert.“ Dieses Ehrenamt habe er immer mit Leib und Seele ausgeübt. Er finde es wichtig, ein attraktives Umfeld für die Jugendlichen zu schaffen. So mangele es Schieder-Schwalenberg seiner Ansicht nach etwa an Multifunktionssportplätzen. Neben der Leichtathletik geht Müllers in seiner Freizeit noch anderen Hobbys nach. Dazu gehören etwa das Motorrad- und das Skifahren. Zudem lerne er gerne gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin auf Reisen fremde Welten kennen, erzählt der unverheiratete Schiederaner. „Mein Beziehungsstatus hat aber auch ohne Trauring die Rosenhochzeit bereits hinter sich“, sagt Müllers mit einem Lächeln. Er selbst hat keine Kinder, seine Partnerin hat zwei Töchter aus erster Ehe.