Augustdorf. Augustdorfs Trainer Heiko Schumann strahlte übers ganze Gesicht, und gegenüber nippte Spenges Sportlicher Leiter Heiko Ruwe völlig genervt am Bier. Ein Handball-Spiel kann auch ohne Worte schnell erzählt sein.
Oberligist HSG Augustdorf/Hövelhof setzte beim 28:21 (14:11) im OWL-Derby gegen den TuS Spenge ein ganz dickes Ausrufezeichen. Die Gastgeber dominierten das Match nach Belieben und hätten bei besserer Chancenauswertung sogar noch viel höher gewinnen können. Doch auch so war Heiko Ruwe aber mal richtig bedient. Kaum hatte er während der Pressekonferenz das Mikrofon in den Händen, legte der Gästetrainer richtig los: „Wir haben heute das Handballspielen vergessen. Nur Basti Räber hat Normalform erreicht, der Rest war totaler Schrott. Den Jungs steht eine harte Trainingswoche bevor. Vielleicht tut uns dieser ganz große Dämpfer auch gut. Dieses Gelaber, diesen Mist von der 3. Liga brauchen wir nicht.“ Peng, das saß! Und einmal in Fahrt, legte er nach: „Das ist eine bittere Pille. Dass ich hier jetzt stehe, kotzt mich an.“
Augustdorfs Heiko Schumann blieb ganz ruhig, machte mit dem Leiter der Pressekonferenz, Wolfgang Huppke, seine Späßchen und genoss den tosenden Beifall der Fans. Denn sein Team hatte nach dem Debakel in Jöllenbeck die passende Antwort gegeben. Schumann lobte: „Wir hatten eine gute Trainingswoche, jeder brannte.“ Und das merkte man jedem Einzelnen auf dem Feld an. 4:0 hieß es nach acht Minuten, 12:7 nach 23 Minuten – und gab es eine Mini-Schwächephase, rappelte sich die HSG wieder auf. Die Vorentscheidung war schon unmittelbar nach dem Wechsel gefallen, als die Hausherren mit 19:12 (39.) in Führung lagen. „Ja, die Deckung. Das war eine Geschichte, die funktioniert hat“, stellte Schumann seiner Defensive ein Super-Zeugnis aus.
Es lief an diesem Abend. Eine astreine Leistung, ein hochverdienter Derbysieg, dazu den direkten Vergleich für sich entschieden und zwei äußerst wichtige Punkte im Abstiegskampf – und die Mannschaftskasse füllte sich auch. Nach dem Schumannschen Satz, „Die Jungs stehen immer wieder auf“, forderten seine Mannen sogleich zwei Euro fürs Phrasendreschen ein.
Tore für die HSG: Skrobic (6), Wolff (5), Hengsbach (4), Pries (4), Kaatze (4/3), Honerkamp (2), Imre, Schneider und Tempelmeier.