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Bielefeld

Hooligan-Ausschreitungen im Bielefelder Hauptbahnhof

50 Arminia-Fans gehen auf Polizisten los / Zwei Festnahmen

Bielefeld (jr). Im Anschluss an die bittere Drittliganiederlage am Samstag in Rostock haben sich einige der zurückreisenden Arminia-Fans heftig daneben benommen. Das meldete die Polizei erst am Montag. Demnach sollen etwa 50 der 250 Arminia-Fans Polizeibeamte angegriffen und diese mit Mülleimern und Fahrrädern beworfen haben.

Begonnen hatte es laut Polizei noch im Zug mit Belästigungen von Fahrgästen und Sachbeschädigungen. Nach Angaben der Bundespolizei sollten die Täter aus dem Regelzug in Bielefeld ermittelt werden. Dafür hatte die Bundespolizei eigens Verstärkung der Landeskollegen vom Polizeipräsidium erbeten.



Als die etwa 250 DSC-Fans am Samstag gegen 23.30 Uhr im Bielefelder Hauptbahnhof angekommen waren, gelang den Beamten die geplante "Personalienfeststellung" aber nicht. Als aber im Bahnhofstunnel einer der Fans in Richtung eines Polizeihundes getreten habe, schützte sich der Beamte durch den Einsatz von Pfefferspray, berichtete Bundespolizeisprecher Rainer Kerstiens.

Die nun teilweise vermummten Fans reagierten ihrerseits mit dem Einsatz von Pfefferspray. Die eingesetzten Polizisten sollen bespuckt und mit Bierflaschen und Getränkedosen beworfen worden sein, hieß es von der Polizei. Die Beamten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Die Beruhigung der hitzigen Situation gelang offenbar auch nicht, nachdem die Beamten die gewaltätigen Fans auf dem Bahnhofsvorplatz gedrängt hatten. Dort griffen die Fußballhooligans nach Müllereimern und Fahrrädern und warfen diese in Richtung der Polizeieinheiten.

Laut Kerstiens wurden am Ende zwei Bielefelder festgenommen. Ihnen wird Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte und Landfriedensbruch vorgeworfen. Sechs Polizeibeamte und mindestens zwei Fans wurden bei der Auseinandersetzung verletzt.

Ein schwerbehinderter DSC-Fan (23) hat sich inzwischen gemeldet, nachdem ihm ein Schlagstock auf dem Oberschenkel traf, obwohl er seinen Behindertenausweis vorzeigte. Der sehbehinderte Gütersloher wurde durch das Pfefferspray verletzt. Laut den Ärzten im Klinikum Rosenhöhe erlitt er eine Bindehautentzündung und eine Verätzung der Bindehaut. "Ein Beamter sprühte die ganze Zeit Pfefferspray auf uns Fans."

Andere Fans kritisieren, dass Handys der Fans konfisziert worden sein sollen, um zu verhindern, dass Filme vom Vorgehen der Beamten publik gemacht werden.

Die Ermittlungen zu den Tätern dauern an.

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