Bielefeld (groe). Roter Teppich, Blitzlichtgewitter und Weltpremiere in London - der Gütersloher Regisseur Christian Ditter startet international durch. Die romantische Komödie "Love, Rosie - Für immer vielleicht" nach einer Romanvorlage von Cecelia Ahern ist sein englischsprachiges Debüt. Es kommt am 30. Oktober in die Kinos.
"Love, Rosie" beschreibt die turbulente Beziehung zwischen Rosie und Alex (Sam Claflin), die von Kindesbeinen an beste Freunde und wie füreinander geschaffen sind - und doch lässt das Schicksal die beiden als Paar nicht zusammenkommen. Die Romanvorlage, die die irische Erfolgsautorin Cecelia Ahern im Alter von 22 Jahren schrieb, verkaufte sich allein in Deutschland über 1,2 Millionen Mal.
"Ich kannte Cecelias Buch bereits und war ein großer Fan", sagt Christian Ditter. Begeistert war er auch vom Skript der britischen Drehbuchautorin Juliette Towhidi. "Die besten Komödien lassen einen nicht nur lachen, sondern bewegen den Zuschauer auch - genau wie es den besten Dramen gelingt, einen zum Lachen zu bringen", meint Ditter. "Juliettes Drehbuch holte sich aus beiden Welten das Beste. Manche Szenen lassen einen losbrüllen vor Lachen, andere Szenen sind zutiefst bewegend. Weil das Drehbuch selbst und die Geschichte diese perfekte Balance erzielten, war meine Aufgabe denkbar einfach: Ich musste dafür sorgen, dass die lustigen Szenen wirklich lustig wurden. Und dass die dramatischen Szenen wirklich dramatisch wurden."
Ditter hat in kurzer Zeit eine steile Karriere hingelegt. Bereits sein Filmdebüt "Französisch für Anfänger" war 2006 ein Hit. Es folgten drei "Vorstadtkrokodile"-Filme (2008/2009) sowie das 3-D-Abenteuer "Wickie auf großer Fahrt" (2011). Die nächste Station ist Hollywood. Dort wird der 37-jährige Absolvent der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film "How to Be Single" drehen, ebenfalls eine romantische Komödie. Der Episodenfilm basiert auf dem gleichnamigen Roman von Liz Tuccillo und begleitet New Yorker Singles und ihr Liebesleben in einem Zeitraum von zehn Jahren. Schauspielerin Drew Barrymore ist eine der Produzentinnen.
Mit an Bord ist auch die Titeldarstellerin von Ditters aktuellem Film "Love, Rosie": Lily Collins, Tochter des britischen Popstars Phil Collins und bekannt aus Filmen wie "Chroniken der Unterwelt". Sie habe noch nie so viel Angst vor einer Rolle gehabt und sich so verletzlich gefühlt wie hier, gleichzeitig aber auch so beschützt und inspiriert, führt die Schauspielerin aus. "Ich hätte nie gedacht, dass ich auf diese Weise arbeiten könnte, und es war Christian, der das aus mir herausgeholt hat."
Robert Kulzer, Produzent bei Constantin Film, lobt den Gütersloher. "Seine Filme sehen groß aus, aber sie haben auch immer viel Herz. Besonders gut beherrscht Christian es, seinen Schauspielern außergewöhnlich gute Leistungen zu entlocken." Das sieht auch Lily Colins so. "Er saß nie hinter seinem Monitor. Er war immer bei uns und sah zu, wie sich eine Szene unmittelbar vor seinen Augen entwickelte. Wenn die Emotionen nicht richtig bei ihm ankamen, ließ er uns die Szene wiederholen. Aber wenn er es fühlte, mitten im Raum bei uns, dann wusste er, dass das auch auf der Leinwand rüberkommen würde", so die 25-Jährige.
Auch Hauptdarsteller Sam Claflin schwärmt von dem Regisseur: "Christian Ditter ließ uns an einer sehr langen Leine beim Spielen der Szenen, erlaubte es uns, spontan zu sein und einfach mit dem Strom zu schwimmen. Ich denke, seine Vision für den Film war einfach unglaublich." Gedreht wurde 2013 acht Wochen lang in und um Dublin. "Ich war für Regen und noch mehr Regen ausgerüstet", sagt Regisseur Christian Ditter. "Stattdessen genossen wir die ganze Zeit herrlichen Sonnenschein." Ihm war es wichtig, nicht an Filmsets zu arbeiten, sondern komplett draußen zu drehen. Zudem sollte die Kamera seines langjährigen Weggefährten Christian Rein stets nah an den Schauspielern bleiben. "Insgesamt lässt das den Film wahrhaftiger wirken", erklärt er.