Minden. NRW-Stadtentwicklungsminister Michael Groschek hat jetzt den Schlüssel für das Preußen-Museum Minden an Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) übergeben. Damit ist ein Schlussstrich unter mehr als fünf Jahre Diskussionen über die Zukunft des Preußen-Museums NRW in Wesel und Minden gezogen.
Der Landschaftsverband Rheinland hatte das Museum in Wesel bereits zum Januar 2015 übernommen, der LWL folgt nun ein Jahr später. Seit 1. Januar ist er damit Dienstherr des Mindener Personals, finanziell und inhaltlich verantwortlich. Bis zum Jahresende soll die Trennung der Stiftung vollzogen sein, hieß es.
Die Wiedereröffnung in Minden peilt der LWL für das Frühjahr 2018 an. Dann soll auf deutlich verkleinerter Ausstellungsfläche, die von 1100 auf künftig 400 Quadratmeter reduziert wird, ein Überblick über die preußische Geschichte in Westfalen gegeben werden. Gleichzeitig will der LWL aber den Radius erweitern auf das Netzwerk Preußen in Westfalen, erläuterte Löb. Dazu gehörten bereits jetzt 20 authentische Erinnerungsorte. Das Thema solle auch für junge Menschen attraktiver werden.
„Die Landschaftsverbände verfügen über mehr museale Kompetenz als das Bauministerium", betonte Groschek die fachlichen Argumente für den Wechsel des zuletzt finanziell defizitären Museumsbetriebes. Die Krise an den Finanzmärkten und die in der Folge gesunkenen Zinsen hatten dazu geführt, dass der Betrieb beider Häuser aus den Erträgen des Zinskapitals nicht mehr gedeckt werden konnte. Er sei überzeugt, dass die Trennung eine sehr gute Lösung sei, sagte Hans-Christian Otto, Vorsitzender des Stiftungsrates. Beide Häuser würden mit unterschiedlichen Konzepten fortgeführt, die vor Ort jeweils das Richtige seien.
„Den Minister fällt ein kleiner Stein vom Herzen, wir haben die Arbeit", scherzte Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe bei der symbolischen Schlüsselübergabe im Mindener Preußen-Museum. Die neu konzipierten Dauerausstellung genannt, die dann zugleich Anker im Netzwerk Preußen in Westfalen sein soll. „Wir werden Preußen in Westfalen einen zweiten Schub geben", zeigte sich Löb überzeugt. „Wir fangen jetzt mit der Konzeption an", betont LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.
Zwei Stellen, der von Stadt Minden und Kreis Minden-Lübbecke finanzierte Museumspädagoge/Veranstaltungsmanager, und ein Volontariat seien ausgeschrieben. Über die Besetzung solle bis zur Sommerpause entschieden sein, denn die beiden Mitarbeiter seien für die konzeptionelle Ausgestaltung wichtig. Erste Treffen mit dem Netzwerk „Preußen in Westfalen" seien terminiert und sollen in der ehemaligen Defensionskaserne stattfinden. 2017 kalkuliert Rüschoff-Thale für das Feinkonzept und nötige Umbauten. Voraussichtlich im Herbst könne die Stiftung nun in zwei selbstständige Stiftungen aufgeteilt werden in die „Stiftung Preußen in Westfalen" für den Standort Minden und die „Rheinische Stiftung PreußenMuseum" in Wesel.
Minister Groschek erinnerte daran, dass das Land NRW in beide Museumsstandorte insgesamt 50 Millionen Euro investiert habe und es bleiben mit 17 Millionen Euro auch größter Geldgeber in der Stiftung.