Urlaub mit dem Wohnwagen: ADAC bietet Gewichts-Check vor der Reise

Dirk-Ulrich Brüggemann

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Jede Fahrzeugachse wird einzeln gewogen. - © Pixabay
Jede Fahrzeugachse wird einzeln gewogen. (© Pixabay)

Paderborn. Mit solch einem Ansturm hatten die ADAC-Experten nicht gerechnet. Schlange standen die Camper mit ihren Wohnmobilen und Wohnwagen vor dem ADAC-Fahrtrainingsplatz in Paderborn-Mönkeloh. Dorthin hatte der ADAC Ostwestfalen-Lippe zu einer kostenlosen Wiegeaktion rechtzeitig vor Beginn der Feriensaison für die Fahrzeuge eingeladen.

Ralf Collatz vom ADAC Ostwestfalen-Lippe freute sich über große Resonanz unter den Campern aus der Region. Mehr als 75 Fahrzeuge konnten die Techniker des Automobilclubs auf die mobile Waage stellen. Sie erhielten eine Wiegekarte, die neben den reinen Gewichten auch die Verteilung der Ladung dokumentiert.

Für gut ein Viertel der Wohnmobilisten und Gespannfahrer kam dann die Stunde der Wahrheit: Ihr Mobil oder der Wohnwagen waren überladen. „So etwas kann teuer werden", weiß Ralf Collatz. Gerade in den beliebten Ferienländern wie Österreich und Schweiz wird die Nichteinhaltung des zulässigen Gesamtgewichts streng bestraft. In Österreich etwa heißt es zudem ausladen und zurücklassen. Die Polizei untersagt mit viel Gewicht die Weiterfahrt. „In Deutschland werden fünf Prozent Übergewicht in der Regel toleriert", ergänzt Collatz.

Viel gefragtes Thema war bei dem Caravan-Stammtisch auch die Erforderlichkeit eines Abriss- oder Sicherungsseiles bei Anhängern. Viele der ostwestfälisch-lippischen Urlauber äußerten den Eindruck, dass besonders in Österreich, Schweiz und den Niederlanden deutsche Gespannfahrer von der Polizei herausgefischt werden, um das Sicherungsseil zu kontrollieren. Ralf Collatz wollte diesen Eindruck nicht ausdrücklich bestätigen, doch wusste er, dass beispielsweise in der Schweiz bei einer falschen Anbringung des Abriss-Seils bis zu 500 Schweizer Franken Bußgeld fällig werden. Die Österreicher verhängen eine Geldstrafe von 100 Euro und in den Niederlanden schlägt das Vergehen mit 230 Euro zu Buche. Dieses Sicherungsseil soll verhindern, dass sich der Anhänger unkontrolliert selbstständig machen kann, wenn er von der Anhängerkupplung abrutscht.

In den drei Ländern achten die Ordnungshüter besonders streng darauf, dass das Abriss-Seil nicht bloß über die Anhängerkupplung geworfen wird. Es muss explizit durch eine dafür vorgesehene Öse an der Kupplung oder dem Fahrzeug hindurchgeführt werden. „Ist keine Öse werksseitig am Fahrzeug vorhanden, muss diese nachgerüstet werden. Oder es muss die Abschleppöse genutzt werden", rät Ralf Collatz den Urlaubsreisenden mit einem Camping-Anhänger.

Die Wartezeit bis zum Wiegen nutzten die Camper zum Fachsimpeln mit den ADAC-Technikern Maik Heidemann und Jörg Baier, dem Sicherheitstrainer Michael Batz und dem Touristik-Experten des Clubs, Michael Wannow. Viele Tipps konnten sich Wohnmobilisten und Gespannfahrer aber auch aus den eigenen Erfahrungen in den von ihnen besuchten Ländern geben.

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