Ermittlungen zum Missbrauchsfall Lügde bringen Fall in Paderborn ans Licht

Janet König, Viktoria Bartsch und Mareike Gröneweg

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Drei Schüler der Paderborner Pauline-Schule sind Opfer von sexuellem Missbrauch geworden, heißt es.  - © Marc Schröder
Drei Schüler der Paderborner Pauline-Schule sind Opfer von sexuellem Missbrauch geworden, heißt es.  (© Marc Schröder)

Paderborn/Höxter. Drei Kinder einer Paderborner Förderschule sollen sexuell missbraucht worden sein, das bestätigen die Paderborner Staatsanwaltschaft und die Bielefelder Polizei in einer gemeinsamen Mitteilung. Die minderjährigen Opfer stammen aus dem Kreis Höxter, heißt es weiter. Bei dem Beschuldigten soll es sich um einen Jugendlichen handeln. Er sitzt nun in U-Haft.

Die Missbrauchstaten in Paderborn seien im Zuge der Ermittlungen Lügde bekannt geworden. Zu den Hintergründen wollten sich die Ermittler nicht äußern. Ob es sich bei dem minderjährigen Beschuldigten in Paderborn um denselben Minderjährigen handelt, gegen den auch im Missbrauchsfall Lügde ermittelt wird, ist unklar. Sowohl die Polizei Bielefeld als auch die zuständige Staatsanwaltschaft in Paderborn wollten dies zum Schutz der Persönlichkeit des Beschuldigten am Freitag weder bestätigen noch dementieren.

Im Fall Lügde wird gegen einen Beschuldigten ermittelt, der kinderpornografische Dateien besessen haben soll, die wohl auf dem Campingplatz in Elbrinxen entstanden sind. Auch die Detmolder Staatsanwaltschaft, die für die Ermittlungen im Missbrauchsfall Lügde zuständig ist, wollte zu den Zusammenhängen keine näheren Angaben machen. Zum 16-jährigen Beschuldigten im Fall Lügde seien von Anfang an bewusst keine weiteren Details bekannt gemacht worden, um den Minderjährigen zu schützen.

Polizei half bei Brief-Formulierung

Im Fall des am Donnerstag bekannt gewordenen Missbrauchs führe die Polizei Bielefeld nun umfangreiche Opferschutzmaßnahmen an der Paderborner Förderschule  durch. Die Behörde sei an der Abstimmung zu dem Elternbrief der Paderborner Schule beteiligt gewesen. Weitere Details zu den Opfern, Taten und Umständen der Festnahme wollen Staatsanwaltschaft als auch Polizei unter anderem aus Opferschutzgründen nicht nennen. Die Schule soll jedoch nicht Tatort sein, bestätigen die Polizei.

Thorsten Fechtner, stellvertretender Pressesprecher des LWL, bestätigte die Ermittlungen an der Pauline-Schule. Die polizeilichen Untersuchungen führten, so Fechtner, zu Unruhe bei den Eltern, woraufhin diese von der Schulleitung über die Missbrauchsfälle informiert wurden. Der LWL ist Träger verschiedener Förderschulen, darunter ist auch die Pauline-Schule mit dem Förderschwerpunkt Sehen.

Die Schulleiterin Susanne Bockau betonte, dass die betroffenen Familien nicht allein gelassen werden: „Wir nehmen als Schule den Schutz unserer Schülerinnen und Schüler, deren Privatsphäre und die Sorgen der Eltern sehr ernst und bieten Hilfe an." Für die Eltern stehen die Opferschutzbeauftragten der Polizei bereit sowie die schulpsychologische Beratungsstelle und Traumaambulanzen des LWL.

Über die Missbrauchsfälle und Ermittlungen an der Pauline-Schule informierte Schulleiterin Susanne Bockau in einem Brief an die Eltern und Betreuer. Hierin heißt es: „Wir sind sehr bestürzt über diese Informationen", so Bockau. „Da wir als Schule nicht kontrollieren können, was die betroffenen Schüler ihren Mitschülern von Zeugenbefragungen durch die Polizei erzählen und was sie über die sozialen Medien weiterverbreiten, kann es sein, dass Ihr Kind zu Hause etwas davon erzählt." Mit dem Schreiben wolle die Schulleiterin die Situation so transparent wie möglich darstellen.

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