Hole Punch Clouds: OWL staunt über durchlöcherte Wolkendecke

Björn Vahle

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Der Anblick über Lübbecke: Zwei Hole Punch Clouds geben den Blick auf den Himmel frei. - © Friedrich Föst
Der Anblick über Lübbecke: Zwei Hole Punch Clouds geben den Blick auf den Himmel frei. (© Friedrich Föst)

Wer am Samstagabend in den Wolkenhimmel über Teilen Ostwestfalen-Lippes geblickt hat, der wird sie gesehen haben: Riesige Löcher in der leuchtenden, ansonsten zusammenhängenden Wolkendecke, in der Mitte dunkle Schlieren. Vielen brannte bei diesem Anblick eine Frage unter den Nägeln: Was ist das? Und wie kommt es zustande?

Bei Facebook und Twitter posteten etliche Bewohner der Region Bilder von den fantastischen Wolkenformationen. Tatsächlich waren sie Zeuge eines für OWL-Verhältnisse seltenen Wetterphänomens geworden. Denn was sich da beispielsweise über den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford gebildet hatte, waren sogenannte "Hole Punch Clouds".

Wie entsteht das Wetterphänomen?

Der Meteorologe Friedrich Föst. - © Privat
Der Meteorologe Friedrich Föst. (© Privat)

Ihr Zustandekommen erklärt der Lübbecker Meteorologe Friedrich Föst so: "Sie entstehen, wenn Eiskristalle in die Wolkenschicht fallen und die dort vorhandenen Wassertröpfchen an sich ziehen. Dadurch entstehen kreisrunde 'Löcher' in der Wolkenschicht." Die schwarzen Streifen in der Mitte seien die herabfallenden Eiskristalle, die auf dem Weg zur Erde verdunsteten.

Allerdings hatten die in OWL gesichteten Löcher noch eine Besonderheit - teilweise sehen sie aus, wie mit einem Löffel in die Schlagsahne gezogen. Man meint einen Verlauf zu erkennen. Föst hat eine Theorie: "In diesem Fall waren es wohl durchfliegende Flugzeuge, die mittels Kondensstreifen zur 'Impfung' der Wolkenschicht mit Eiskristallen beigetragen haben." Die Eiskristalle bilden sich in diesem Fall an den Rußpartikeln, die die Flugzeuge ausstoßen, und fallen in lang gezogenen Streifen in die Wolkenschicht, erklärt Föst.

Zusammen mit dem Sonnenuntergang hat das für ein besonders spektakuläres Bild am Himmel über OWL gesorgt. Dass es gleich mehrere Löcher in unmittelbarer Nähe waren, verstärkte den Eindruck für Friedrich Föst. Im Gespräch mit nw.de sagte er am Abend: "Das habe ich so auch noch nicht gesehen."

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