Blüten im Umlauf: So einfach gelangen Kriminelle an Falschgeld

Jan-Henrik Gerdener

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In ganz NRW sind falsche Scheine im Umlauf. Im Internet sind sie leicht zu kaufen. - © Pixabay
In ganz NRW sind falsche Scheine im Umlauf. Im Internet sind sie leicht zu kaufen. (© Pixabay)

Bielefeld. Seit Ende Oktober sind in ganz NRW falsche Geldscheine im Umlauf. Auf den Scheinen stehen Aufschriften wie "Movie Money" - Filmgeld. Doch die Täter zahlen mit ihnen zum Teil, als handelte es sich um echte Euroscheine. Das Perfide: An diese Art von Scheinen ist über das Internet leicht zu kommen - auch wenn das illegal ist.

5.000 Euro für sechs Euro kaufen

Angeboten wird das Filmgeld zum Beispiel im Onlineshop "Wish". Nach einer unkomplizierten Anmeldung, lässt sich auf der Seite ganz einfach nach dem Stichwort "Geld" suchen. Schon gibt es das erste Angebot: 5.000 Euro in falschen Fünfzigern für sechs Euro. Laut den Fotos auf der Seite sind sie nur durch einen kleinen Schriftzug "prop copy" auf der Rückseite als falsch zu identifizieren. Es ist also "Spielgeld" und kein Falschgeld im klassischen Sinne. Über den Verkäufer gibt es keine Informationen - nur einen Text in gebrochenem Englisch, dass man das Geld nicht ausgeben sollte.

Von der Pressestelle der Bundesbank heißt es, das Filmgeld sei "aufgrund seiner Verwechslungsfähigkeit nicht legal". Herstellung und Verbreitung könne daher strafrechtlich geahndet werden. Weiter heißt es: "Der Erwerb dieser Noten und der Handel mit ihnen ist nicht legal - selbst wenn sie als Spielgeld verkauft werden. Denn sie können mit echten Banknoten verwechselt werden." Wie wird es dann trotzdem in Deutschland verkauft?

Das liegt an der Seite, auf der sie verkauft werden. Denn obwohl "Wish" wie ein günstigeres Amazon verkauft, scheint es doch eher mit Ebay vergleichbar zu sein. Denn die Plattform bietet Waren nicht selbst an, sondern bietet nur Verkäufern eine Plattform. In vielen Fällen kommen diese aus China. In der Praxis bietet sich dem Nutzer auf der Seite somit ein wildes Sammelsurium von obskuren Angeboten, Billigprodukten und auch falschem Geld.

So ist das falsche Geld zu identifizieren

Die gute Nachricht ist, dass das Geld auch ohne die Aufschrift leicht als falsch zu identifizieren sein soll. "Bei den Scheinen, die im Umlauf sind, fühlt sich das Papier ganz anders an, als bei echten Scheinen", erklärt Andre Faßbender, Pressesprecher des Kriminalamtes NRW. Deswegen rät er Verbraucher zur Vorsicht. "Prüfen Sie am besten die Scheine, die sie bekommen, auf Papierqualität, Wasserzeichen und Sicherheitsfaden. Wer falsches Geld bekommt, sollte dies unverzüglich zur Anzeige bringen."

Bisher ist das falsche Filmgeld aus den Kreisen Höxter und Recklinghausen, dem Ennepe-Ruhr-Kreis, Wuppertal, Essen und Mülheim bekannt.

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