Wenn Tiere weltweit die leeren Straßen der Corona-Zeit erobern

Christian Lund

Ziegen auf dem Weg in die heilige Messe? Könnte sein. In Wales hat sich eine Herde durch die leeren Straßen getrieben. - © Reuters
Ziegen auf dem Weg in die heilige Messe? Könnte sein. In Wales hat sich eine Herde durch die leeren Straßen getrieben. (© Reuters)

Weltweit sind Städte abgeriegelt, Menschen dürfen teilweise nicht mehr auf die Straße, es sei denn, sie müssen sich Lebensmittel besorgen oder haben wichtige Jobs zu erledigen. Nach und nach trauen sich wilde Tiere auf die sonst so bevölkerten Straßen und Plätze. Wir zeigen eine Auswahl:

Trübes Wasser in der Lagune von Venedig, Smog, der die Skyline von Shanghai verhüllt - in zahlreichen touristischen Hotspots ist die Umweltverschmutzung normalerweise deutlich spürbar. Wenn wegen der Coronavirus-Krise Kreuzfahrtschiffe nicht mehr fahren, Flugverbindungen gestrichen sind und zahlreiche Fabriken nicht wie sonst produzieren, hat das Virus durchaus positive Nebeneffekte.

In Venedig schwanken die Boote und Gondeln derzeit auf kristallklarem Wasser, kleine Fische tummeln sich. Ja, manche behaupten, man könne die Fische überhaupt zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder sehen. Grund dafür sei laut der Stadtverwaltung von Venedig, dass weniger Boote und Schiffe auf dem Wasser unterwegs sind. Fische, Delfine, Schwäne und sogar Wildschweine besuchen jetzt Venedig statt der Touristen:







In der japanischen Stadt Nara sind Hirsche gezwungen, in der Stadt nach Nahrung zu suchen. Es fehlen die Touristen, die sonst bei Händlern Reiscracker kaufen, um sie an die Hirsche zu verfüttern. Seit die Touristen ausbleiben, haben die Hirsche ihre gewohnte Umgebung verlassen und wagen sich tief in die Stadt, um nach Nahrung zu suchen.

Einheimische teilen Bilder und Videos in sozialen Medien und geben zu, die Hirsche und Rehe noch nie so gesehen zu haben. TV-Nachrichten zeigen hungrige Tiere, die durch die Straßen laufen, während besorgte Autofahrer langsamer fahren, um die Tiere nicht zu verletzen.



In Großbritannien haben jetzt Schafe und Ziegen damit begonnen, die Straßen zu erobern. Alles begann mit einer Herde Bergziegen, die in die walisische Stadt Llandudno eindrang:


Während die Ziegen in Llandudno möglicherweise einiges an Unheil angerichtet haben dürften, hat wahrscheinlich die Engländerin Debbie Ellis in Preston die niedlichste Tier-Eroberung gefilmt, als eine Gruppe von Lämmern auf einem Kinderspielplatz die Geräte entdeckte - und das, obwohl die Spielplätze für die Öffentlichkeit eigentlich gesperrt waren:

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