Tourismus in OWL meldet Totalausfall wegen Corona

Sebastian Beeg

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Wandern ist gesund und steht bei vielen touristischen Besuchern Lippes hoch im Kurs. - © Bernhard Preuss
Wandern ist gesund und steht bei vielen touristischen Besuchern Lippes hoch im Kurs. (© Bernhard Preuss)

Bielefeld. Das Tourismusgewerbe in Ostwestfalen ist durch die Covid19-Pandemie seit April fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Ähnlich sieht es im regionalen Gastgewerbe aus. Das geht aus einer Sonderkonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen hervor.

124 Unternehmen aus Gastronomie, Hotellerie, Camping, sowie Reisebüros und Reiseveranstalter nahmen an der Umfrage teil, die von Mitte Mai bis Anfang Juni durchgeführt wurde. „Die Ergebnisse unserer Konjunkturumfrage zeigen einen dramatischen Einbruch", sagt Sönke Tuchel, Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses.

Rückläufige Umsätze und stornierte Reisen wirken sich negativ auf die Ertragslage aus. So geben alle befragten 44 Reiseunternehmen an, dass sich die Ertragslage 2020 verschlechtert hat und auch ihre gegenwärtige Geschäftslage schlecht ist.

Große Existenznot

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr bewerteten nur 16,7 Prozent die Geschäftslage als schlecht, 29,2 Prozent dagegen als gut. Zudem beklagen 86 Prozent der Unternehmen einen Umsatzverlust von mehr als 50 Prozent. „Die Existenznot in der Branche ist groß. Die Insolvenzgefahr ist bereits aktuell schon hoch", sagt Burkhard Schmidt-Schönefeldt, stellvertretender Vorsitzender des gemeinsamen Tourismusausschusses der IHK Ostwestfalen und Lippe.

Aufgrund der Unsicherheiten sei sowohl mit weiteren Insolvenzen im Herbst als auch mit vermehrten Entlassungen zu rechnen.

Ähnliche Zahlen liefert auch die Umfrage im Gastgewerbe. Im Bereich Beherbergung/Camping bewerten alle befragten Unternehmen die momentane Geschäftslage als schlecht. In der Gastronomie sind es immerhin gut 85 Prozent. Auch hier klagt ein sehr großer Teil der Befragten über Umsatzeinbußen von mehr als 50 Prozent.

Damit folge auf zehn gute Jahre ein tiefer Einschnitt und eine ungewisse Zeit. Als einen Fall „ins Bodenlose" bezeichnet Tuchel die derzeitige Situation und sagt weiter: „Letztlich kann niemand von uns vorhersehen, wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Und das aktuelle Ausbruchgeschehen in Ostwestfalen zeigt, wie schwierig eine Einschätzung ist."

Das schlägt sich in der Umfrage deutlich nieder. So rechnet ein Viertel der befragten Gastro-Unternehmen damit, dass eine Rückkehr zum Normalbetrieb erst nach einem Jahr möglich sein wird, im Reisegewerbe sind es gar mehr als 45 Prozent. Bereits jetzt sehen mehr als sieben Prozent der Beherbergungsbetriebe und knapp elf Prozent der Gastronomen eine akute Insolvenzgefahr.

Ländliche Region als Standortvorteil

Markus Backes, Fachbereichsleiter Tourismus der OWL GmbH, rechnet damit, dass sich der Tourismus in ländlichen Regionen schneller erholen wird. Allerdings: „Die Einbußen der vergangenen Monate können nicht mehr aufgeholt werden."

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