Die Hotellerie in OWL fordert mehr Klarheit von der Politik ein

veröffentlicht

  • 0
Holger Lemke, Präsident des Dehoga in Lippe, sieht aktuell viel Verunsicherung in den Betrieben seiner Branche. - © Lemke
Holger Lemke, Präsident des Dehoga in Lippe, sieht aktuell viel Verunsicherung in den Betrieben seiner Branche. (© Lemke)

Detmold/Bielefeld. Eigentlich ist alles ganz einfach: Alle Bürgerinnen und Bürger sollten die seit Monaten geltenden Hygiene- und Abstandsregeln einhalten und große Menschenansammlungen möglichst meiden. Denn diese Marschroute habe entscheidend dazu beigetragen, die Pandemie im Sommer im Griff zu behalten. „Ich appelliere an jeden, alles einzuhalten", sagt Holger Lemke, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) in Lippe.

Diese Maßnahmen in Verbindung mit der Zurückverfolgbarkeit eventueller Infektionsketten seien notwendig, und die Betriebe seiner Branche täten alles dafür, dies auch umzusetzen. Deshalb sagt der Inhaber des Restaurants Fissenknick in Horn-Bad Meinberg auch voller Überzeugung: „Wo diese Maßnahmen eingehalten werden, sehe ich kein Problem, dorthin zu gehen." Das gelte für Hotellerie und Gastronomie gleichermaßen.

"Hier gibt es eine relativ große Verunsicherung"

Es gebe viele Gäste, die sich vor einem Besuch in seinem Restaurant erkundigten, ob die Bestimmungen dort auch umgesetzt würden, wie etwa der Abstand von 1,50 Meter zwischen zwei Tischen oder das Tragen von Mund-Nase-Schutz beim Servicepersonal.

Dafür hat Lemke großes Verständnis. Weit geringer fällt dieses Verständnis aus, wenn Lemke nach den aktuellen Maßnahmen der Politik in Sachen Corona gefragt wird. „Hier gibt es eine relativ große Verunsicherung." Denn unterschiedliche Stimmen nach dem Treffen der Ministerpräsidenten im Kanzleramt sowie der immer noch nicht beendete Streit um ein Beherbergungsverbot hätten dafür gesorgt, dass gerade auch die Bürger nicht mehr wüssten, welche Regeln in welcher Region aktuell gelten. Dies sei für die gesamte Branche nicht gut.

"Es darf jetzt nichts mehr passieren"

„Die Gäste wissen nicht mehr, dass die Inzidenzwerte von 35 oder 50 völlig unterschiedliche Auswirkungen haben." Zudem sei es aus Sicht der Hotellerie wichtig, dass das Beherbergungsverbot grundsätzlich gekippt werde. An einen zweiten möglichen Lockdown mag Lemke gar nicht denken. „Dann wird nur noch ein Bruchteil der Betriebe übrig bleiben", fürchtet Lemke. Ob das Weihnachtsgeschäft der Branche zum Jahresende noch einmal helfen könne, sei unsicher: „Es darf jetzt nichts mehr passieren", so Lemkes Blick auf das Infektionsgeschehen.

Auch Regine Tönsing, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Ostwestfalen, spricht von Verunsicherung in der Branche. Natürlich sei es gut, dass das Beherbergungsverbot in NRW nicht angewendet werde. Doch: „Ich erwarte von der Politik, dass sie klare Worte spricht." Es brauche nun exakte Vorgaben.

Information

Touristiker appellieren ans Land

Die Touristiker in OWL setzen darauf, dass das Land NRW bei seiner Linie bleibt und das Beherbergungsverbot nicht umsetzt. Ronald Claaßen vom Teutoburger Wald nennt die Gerichtsurteile, die dieses Verbot bislang gekippt hätten, „nachvollziehbar". Denn unter anderem seien vom Verbot Geschäftsreisende ausgenommen gewesen.
Die Nachfrage nach Buchungen habe in der Region im Juli und August eine Spitze erlebt, sei jüngst aber wieder ruhiger geworden.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!