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Bielefeld/Kreis Gütersloh

Lebensretter für die kleine Feelia wird dringend gesucht

Bielefeld/Kreis Gütersloh. Den Montagmorgen hat Feelia in einer Bielefelder Klinik verbracht. Knapp zwei Stunden war sie dort. Weniger lang als noch am Vortag von Papa Marc Blume befürchtet. Denn die Bluttransfusion, die das fünfjährige Mädchen regelmäßig bekommt, brauchte sie gestern noch nicht. Dafür am Mittwoch wieder.

Wie berichtet ist Feelia am Myelodysplastischen Syndrom (MDS) erkrankt. Ihre Blutbildung ist gestört. Nur eine Knochenmark-Spende verspricht langfristig Besserung. Marc Blume, der erfolgreichste deutsche Sprinter der 1990er-Jahre, hat deshalb die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) um Hilfe gebeten. Mehr als 1000 Menschen haben sich über den Spendenlink seit Mitte März registriert. Der passende Lebensretter war noch nicht dabei. Die Suche geht weiter.

Das sonst so lebensfrohe Mädchen, das auf diesem Foto als Prinzessin verkleidet ist, braucht dringend eine Stammzellenspende. - © Marc Blume
Das sonst so lebensfrohe Mädchen, das auf diesem Foto als Prinzessin verkleidet ist, braucht dringend eine Stammzellenspende. (© Marc Blume)

Die Ungewissheit und das Warten belasten Marc Blume, der seit 2013 in Steinhagen lebt und in Bielefeld in einem Sportgeschäft im Loom arbeitet. Jeder Sturz, jede Wunde, selbst simples Nasen- oder Zahnfleischbluten kann für Feelia lebensbedrohlich enden. In die Kita geht das sonst so lebensfrohe Mädchen deshalb längst nicht mehr. Die Wohnung der Familie ist weitestgehend steril. Schließlich kann jede Erkrankung den Behandlungserfolg gefährden. Feelia im schlimmsten Fall sogar umbringen.

TV-Legende Otto Waalkes malt ein Bild für Feelia

TV-Legende Otto Waalkes hat Feelia ein Bild gemalt und es signiert. - © Marc Blume
TV-Legende Otto Waalkes hat Feelia ein Bild gemalt und es signiert. (© Marc Blume)

Die Anteilnahme am Schicksal der kleinen Feelia ist riesig. Regionale und überregionale Medien haben bereits berichtet. Prominente sichern ihre Unterstützung zu, machen dem Mädchen, das Feen, Einhörner und Elfen liebt, Mut. Otto Waalkes zum Beispiel hat ein Bild gemalt und signiert. Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld schenkte Feelia ein Trikot, auf dem alle Spieler unterschrieben haben. Bei Mann & Metzger in Steinhagen gibt es ab dieser Woche den „Feelia-Burger". Mit rosa Brötchen und Goldstaub. Der Verein „OWL zeigt Herz" spendete 5000 Euro.

„Wir sind unendlich dankbar für die Hilfe, die wir erfahren", sagt Marc Blume. Gleichzeitig wirbt der ehemalige Hallen-Europameister im 60-Meter-Sprint erneut dafür, sich bei der DKMS registrieren zu lassen. „Das ist weniger unangenehm als jeder Corona-Test", sagt er am Telefon auf dem Weg von der Klinik nach Hause: „Es ist so einfach, Leben zu retten." Dabei ginge es es ihm nicht nur um seine Tochter, auch andere Erkrankte seien schließlich dringend auf Stammzellspenden angewiesen.

„Die Krankheit breitet sich immer weiter aus"

Je schneller ein passender Spender gefunden wird, desto besser stehen Feelias Heilungschancen. „Die Krankheit breitet sich nämlich immer weiter aus", sagt Blume. Bei manchen Erkrankten entwickelt sich nach einiger Zeit eine akute myeloische Leukämie, die für viele Patienten wegen ihres geschwächten Gesamtzustandes trotz Chemotherapie dann tödlich endet. „Wir wünschen uns nur, dass bald ein Lebensretter gefunden wird", sagt Blume.

Für diesen Fall sind bereits Vorkehrungen getroffen. Der Eingriff fände in Münster statt. Rund drei Monate müsste Feelia dann dort in der Klinik bleiben. Lange Zeit davon auf der Isolierstation. „Wir wissen, dass noch ein schwerer Weg vor uns liegt", sagt Blume.

Auf Instagram postet Feelias große Schwester Saskia regelmäßig Updates zum Gesundheitszustand des Mädchens. Rund 550 Abonnenten erleben über das soziale Netzwerk mit, wie die Familie um Feelias Leben kämpft. Es geht darum, die Öffentlichkeit zu erreichen. Es geht darum, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, sich bei der DKMS zu registrieren. Auf den Bildern, die dort gepostet sind, lacht Feelia viel. Aber nicht nur. Fotos aus dem Krankenhaus zeigen auch mal, wie schlecht es dem Mädchen manchmal geht. „Insgesamt ist sie aber sehr tapfer", sagt ihr Papa, der sehr stolz auf seine Tochter ist.

Die Diagnose kam vor wenigen Monaten

Dass Feelia erkrankt ist, bemerkte Blume vor wenigen Monaten. Im vergangenen Sommer hat Feelia gelernt, Fahrrad zu fahren. Gleichzeitig bekam sie vermehrt blaue Flecken. Zunächst führten ihre Eltern das aufs Radfahren zurück. Nachdem Feelia dann aber eine immer sicherere Fahrerin geworden war, ließen sie sie untersuchen.

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Blume und seine Frau eilten von Arzt zu Arzt. Bis die Diagnose kam, verging allerdings wertvolle Zeit. Zeit, in der ein passender Spender hätte gefunden werden können. Doch der wird weiter dringend gesucht.

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