Achtung Geflügelpest! Ab sofort Stallpflicht in den Kreisen Gütersloh und Paderborn

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Die Angst vor der Geflügelpest geht wieder in Ostwestfalen um. - © Thorsten Helmerichs
Die Angst vor der Geflügelpest geht wieder in Ostwestfalen um. (© Thorsten Helmerichs)

Kreis Gütersloh/Kreis Paderborn. In den Kreisen Gütersloh und Paderborn muss ab sofort sämtliches Geflügel aufgestallt werden, das teilt die Kreisbehörde mit. Die entsprechende Tierseuchenverfügung wurde am Freitag, 19. November, erlassen.

In Delbrück-Westenholz (Kreis Paderborn) ist in zwei Geflügelhaltungen die Geflügelpest (HPAI) ausgebrochen. Nach der Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut hat der Veterinärdienst des Kreises Gütersloh per Allgemeinverfügung neben einer Anschluss-Schutzzone (früher „Sperrbezirk"; mindestens drei Kilometer Radius) auch eine Überwachungszone (früher „Beobachtungsgebiet"; mindestens zehn Kilometer Radius) gebildet.
"Wer dort nichts zu suchen hat, muss draußen bleiben"

Damit gehen die Kreisveterinäre – wie auch die in den Kreisen Paderborn und Soest – auf Nummer sicher. Jetzt muss das Geflügel im gesamten Kreisgebiet im Stall bleiben. Die kreisweite Aufstallpflicht ist notwendig geworden, da mit einer weiteren Verbreitung des hochansteckenden gefährlichen Geflügelpesterregers zu rechnen ist.

Simone Schöning, stellvertretende Abteilungsleiterin in der Veterinärbehörde des Kreises Gütersloh, appelliert angesichts der Ausbrüche im Nachbarkreis an alle Geflügelhalter, sämtliche Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten, sprich: „Wer dort nichts zu suchen hat, muss draußen bleiben. Zudem ist beim Betreten der Ställe Schutzkleidung anzulegen."

Kreisveterinärin appelliert an Geflügelhalter

Weiter betont die Veterinärin, Futter, Einstreu und Gegenstände, die mit dem Geflügel in Berührung kommen können, seien so zu lagern, dass kein Kontakt mit Wildvögeln möglich ist.

Aufstallung bedeutet, dass sämtliches Geflügel wie Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse in geschlossenen Ställen oder in einer Vorrichtung, beispielsweise einer Voliere, untergebracht werden müssen. Das teilt der Kreis Paderborn am Samstag in einer Presseinfo mit.

Der Geflügelpesterreger kann demnach direkt durch Kontakt mit Wildvögeln und indirekt über infiziertes Futter, Wasser, Gerätschaften, Stiefel oder Kleidung übertragen werden. Die Stallpflicht und Biosicherheitsmaßnahmen wie Zutrittsverbote für Ställe, Wechseln der Kleidung und Desinfektionsmaßnahmen müssten deshalb streng eingehalten werden. Geflügel darf laut Pressemitteilung nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden.

Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen das Geflügel in Berührung kommen kann, müssten für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Zudem solle kein Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere genutzt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Geflügelpest (die sogenannte Inkubationszeit) vergehen nur wenige Tage bis circa Wochen. Innerhalb weniger Tage können laut Kreisverwaltung alle Tiere eines Bestandes erkranken und sterben.

Marlies Bölling, Sachgebietsleiterin Tierseuchen beim Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kreises Paderborn, bittet alle Geflügelhalter eindringlich: „Bitte beobachten Sie Ihre Tiere und melden Sie Verdachtsfälle unverzüglich dem Kreis."

Stumpfes und gesträubtes Federkleid

Symptome der Geflügelpest können sein: hohes Fieber, Atemnot, Ausfluss aus Augen und Schnabel, ein stumpfes, gesträubtes Federkleid, zentralnervöse Störungen, verminderte oder keine Legeleistung oder dünnschalige, verformte Eier. Ein Warnzeichen für Geflügelhalter sei auch, wenn vermehrt Tiere in ihrem Bestand versterben. Enten und Gänse erkranken seltener und weniger schwer, scheiden aber dennoch das Virus aus und können anderes Geflügel anstecken.

Verdachtsfälle in Haltungen und der Fund von toten Wildvögeln können dem Veterinäramt des Kreises Paderborn gemeldet werden unter veterinaeramt@kreis-paderborn.de. An den Wochenenden ist ein Kontakt über die Kreisleitstelle in Büren-Ahden möglich, Tel. 02955 7676-0.

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