Wolfsübergriffe: NRW fördert Schutzmaßnahmen für Kleinpferde und Fohlen

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Das Land reagiert auf Wolfsübergriffe auf unzureichend geschützte Ponys im niederrheinischen „Wolfsgebiet Schermbeck“. - © Symbolfoto: Pixabay
Das Land reagiert auf Wolfsübergriffe auf unzureichend geschützte Ponys im niederrheinischen „Wolfsgebiet Schermbeck“. (© Symbolfoto: Pixabay)

Düsseldorf (epd). Zum Schutz von Tieren und Tierherden vor Wolfsübergriffen haben das Land NRW und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die Förderung von Präventionsmaßnahmen ausgeweitet.

Nach Wolfsübergriffen auf unzureichend geschützte Ponys im niederrheinischen „Wolfsgebiet Schermbeck" werden nunmehr auch Schutzmaßnahmen für Kleinpferde, Fohlen und Jungpferde finanziell gefördert, wie das NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerium am Freitag in Düsseldorf mitteilte.

Zudem hat die Landwirtschaftskammer zum Jahreswechsel die Prüfung und Förderung von Herdenschutzmaßnahmen vollständig übernommen. Bisher waren die Bezirksregierungen in dieser Maßnahme eingebunden.

„Mit den Neuerungen wollen wir zum einen auch die Halter von Kleinpferden in den am stärksten gefährdeten Bereichen zusätzlich unterstützen und motivieren, ihre Tiere besser vor Wolfsübergriffen zu schützen. Zum anderen führen wir die Herdenschutzberatung und -förderung zusammen", sagte Ministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Bevor ein Förderantrag gestellt wird, solle zunächst „ein klärendes Beratungsgespräch stattfinden. Ziel unserer Wolfspolitik ist es, die Herdenschutzförderung auszuweiten und zu vereinfachen."

Wölfe sind streng geschützt

Nordrhein-Westfalen bereitet zudem eine eigene Wolfsverordnung vor, die die Grundlagen für das Vergrämen und auch die Tötung auffälliger oder problematischer Wölfe verbessern soll. Laut dem Entwurf sollen Wölfe zum Beispiel vergrämt werden dürfen, wenn sie sich Menschen oder bewohnten Gebäuden auf unter 30 Metern Entfernung nähern.

Wölfe sind EU- und bundesweit naturschutzrechtlich streng geschützt. Ihre Tötung ist etwa im Wolfsgebiet Schermbeck trotz zahlreicher Risse von Nutztieren wie Schafen, Ziegen und Ponys nach bisheriger Rechtslage nicht möglich, da hierfür die mehrfache Überwindung eines ausreichenden Herdenschutzes erforderlich ist.

Drei Rudel und ein Einzeltier

NRW verfügt über vier Wolfgebiete - in Senne, Schermbeck, dem Oberbergischen Land und der Eifel sowie einer Pufferzone an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Nachgewiesen sind aktuell sieben erwachsene Wölfe mit Welpen, verteilt auf drei Rudel und ein Einzeltier. Damit ist die Zahl der erwachsenen und ortstreuen Wölfe im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen.

In den vergangenen beiden Jahren unterstützte das Land NRW die Weidetierhaltungen landesweit mit je rund 1,5 Millionen Euro für Maßnahmen der Wolfsprävention und Entschädigungen. Für das Jahr 2022 sind weitere Fördermittel eingeplant.

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