Innenstadtplätze ohne Schatten, steinerne Vorgärten statt grüner Oasen – viele deutsche Städte kämpfen mit zunehmender Hitzebelastung. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in ihrem aktuellen Hitze-Check 2025 die Lage in 190 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern untersucht. Dabei zeigt sich: Nordrhein-Westfalen steht insgesamt relativ gut da. 19 der 28 Städte mit eher moderater Hitzebetroffenheit liegen in NRW. Doch auch innerhalb des Bundeslandes gibt es deutliche Unterschiede. Der sogenannte Hitzebetroffenheitsindex (HBI) zeigt, wie stark die Bevölkerung einer Stadt im Sommer unter Hitze leidet. Er setzt sich aus vier Faktoren zusammen: dem Grad der Versiegelung (also wie viel Fläche durch Asphalt und Gebäuden bedeckt ist), dem Grünvolumen, das heißt, wie viel dreidimensionales Grün wie Bäume vorhanden ist, der durchschnittlichen Oberflächentemperatur im Sommer sowie der Bevölkerungsdichte. Je höher der HBI-Wert, desto größer ist die Hitzebelastung. Werte unter 13,74 gelten als unterdurchschnittlich belastet, zwischen 13,74 und 16,16 als durchschnittlich betroffen. Ab einem Wert von 16,16 spricht die DUH von überdurchschnittlicher Hitzebelastung. .responsive23-npCGA3H9FBc6i340-choro-hitze-check-in-owl-staedten-mit { width: 100%; padding-top: 100%; } @media (max-width: 600px) { .responsive23-npCGA3H9FBc6i340-choro-hitze-check-in-owl-staedten-mit { padding-top: 100%; } } @media (max-width: 360px) { .responsive23-npCGA3H9FBc6i340-choro-hitze-check-in-owl-staedten-mit { padding-top: 142.86%; } } OWL-Städte: Kein Hitzespitzenreiter, aber Luft nach oben In Ostwestfalen-Lippe (OWL) schneiden die meisten Städte im Vergleich solide ab. Am stärksten betroffen ist Paderborn mit einem HBI von 15,32. Hier liegt die durchschnittliche Oberflächentemperatur im Sommer bei 34,9 Grad Celsius. Die Stadt weist zudem eine Versiegelung von 47,05 Prozent auf, bei einem vergleichsweise geringen Grünvolumen von 2,83 Kubikmetern pro Quadratmeter Fläche. Auch Minden (HBI 14,66) und Lippstadt (14,61) gehören zur Gruppe der Städte mit durchschnittlicher Hitzebelastung. Minden kommt auf eine sommerliche Oberflächentemperatur von 34,4 Grad, bei 42,31 Prozent Versiegelung und einem Grünvolumen von nur 2,34. Lippstadt liegt mit fast identischen Werten knapp darunter. Bad Salzuflen (HBI 14,22), Gütersloh (14,12) und Herford (13,98) liegen im Mittelfeld – sie verzeichnen allesamt Temperaturen um die 34 Grad. Während Gütersloh mit fast 44 Prozent stark versiegelt ist, punktet Herford mit leicht höherem Grünvolumen. .responsive23-B2LHA8VekPOhYeUZ-atlas-slider-klimastatusbericht-2024 { width: 100%; padding-top: 100%; } @media (max-width: 600px) { .responsive23-B2LHA8VekPOhYeUZ-atlas-slider-klimastatusbericht-2024 { padding-top: 100%; } } @media (max-width: 360px) { .responsive23-B2LHA8VekPOhYeUZ-atlas-slider-klimastatusbericht-2024 { padding-top: 142.86%; } } Mehr Grün – weniger Hitze in OWL Deutlich besser schneiden die Städte Bad Oeynhausen (HBI 13,91), Bielefeld (13,85) und Detmold (13,04) ab. Bielefeld liegt mit einer Oberflächentemperatur von 33,55 Grad bei 43,44 Prozent versiegelter Fläche, weist aber mit 4,39 eines der höchsten Grünvolumen in OWL auf. Detmold setzt sich mit einem besonders niedrigen HBI von 13,04 sogar im landesweiten Vergleich positiv ab: Dort ist die Versiegelung deutlich geringer (35,51 Prozent), und das Grünvolumen mit 4,10 ebenfalls hoch. Insgesamt steht in OWL vergleichsweise gut da, was die Hitzebelastung betrifft. Dennoch zeigen Städte wie Paderborn oder Minden, dass es Handlungsbedarf gibt – insbesondere beim Ausbau grüner Infrastruktur. Der Hitze-Check macht deutlich: Wer Hitze erträglicher machen will, muss entsiegeln, Bäume pflanzen und klimagerechte Stadtplanung ernst nehmen. Denn: Der Klimawandel schreitet voran – und mit ihm die Sommerhitze in unseren Städten.