Bielefeld. Der Wunsch der Lämershagener Kinder und Jugendlichen war lang gehegt und eigentlich denkbar einfach: Passend zu dem Basketball-Korb am Edith-Viehmeister-Haus sollte eine Linie am Boden angebracht werden, damit vernünftig Streetball gespielt werden kann. In der Umsetzung gestaltete sich die Bitte dann aber als überraschend kompliziert – und auch als überraschend kostspielig. Denn die vermeintlich einfache Markierung hätte durch eine Fachfirma aufgebracht werden müssen, die dafür in einem Kostenvoranschlag mehr als 2700 Euro aufrief. Den Kommunalpolitikern in der Bezirksvertretung Stieghorst blieb bei der Summe die Spucke weg, weshalb sie nun zum Pinsel griffen und in gemeinschaftlicher Aktion selbst die Linie zogen – für einen Bruchteil der veranschlagten Summe. Die Bitte nach dem Spielfeld am Gemeinschaftshaus tauchte erstmals bei einem Ortstermin Ende November auf. Den jungen Basketballern wurde versprochen, dass bis zum Frühjahr 2025 eine Lösung erarbeitet werden würde. Die Hoffnung der Bezirksvertretung, dass der städtische Umweltbetrieb die gewünschte Markierung aufbringen könnte, erfüllte sich jedoch nicht: Man habe nicht die technischen Voraussetzungen, zudem seien solche Arbeiten nicht das „originäre Geschäft“ des UWB. Stattdessen nahm sich nun der Immobilienservicebetrieb der Stadt (ISB) des Problems an und holte das Angebot einer Fachfirma ein. Inklusive dem „fachgerechten Markieren des eingemessenen Spielfeldes“ mit einer speziellen Straßenmarkierungsfarbe sowie den erforderlichen Vor- und Nacharbeiten stand unter dem Strich die Summe von 2725 Euro. Bielefelder Politiker finden pragmatische Lösung In der Bezirksvertretung herrschte nach der Bekanntgabe der Summe überraschtes Staunen. „Die Kosten waren uns viel zu hoch“, sagt Bezirksbürgermeister Bernd Henrichsmeier. Als dann auch noch der Versuch, die Linierung über die städtische Sportpauschale zu finanzieren, in den Mühlen der Verwaltung zu versanden drohte, hatten die Kommunalpolitiker genug. Werner Thole (CDU) beantragte, dass die BZV die Linierung in Eigenregie vornimmt und dass Farbe und Pinsel aus den Fraktionskassen bezahlt werden würden. Der Vorschlag stieß auf breite Zustimmung und wurde einstimmig beschlossen. „Wir wollten hier ja keine High-End-Lösung, auf die wir noch ewig warten müssten, sondern eine pragmatische und zügige Lösung“, sagt Henrichsmeier. Und pragmatisch war dann auch die Umsetzung: Mit einfachen Hilfsmitteln und professioneller Markierungsfarbe gingen die Politiker ans Werk, nach knapp einer Dreiviertelstunde war der Halbkreis mit einem Radius von 6,75 Metern gezogen und mit weißer Farbe markiert. Kostenpunkt: Rund 90 Euro – und die Arbeit hat den Aktiven zu allem Überfluss auch noch viel Spaß gemacht. „Wir wollen und haben hiermit ein Zeichen gesetzt, wie man schnell, unbürokratisch und bei der Haushaltslage der Stadt sparsam und verantwortungsbewusst mit Steuergeldern umsetzt“, sagt Henrichsmeier. Den Kindern und Jugendlichen in Lämershagen wird dies jetzt in den Schulferien beim Basketball-Spielen sicherlich äußerst recht sein.