Verl. Der Küchenhersteller Nobilia ist in diesen Tagen von der Außenwelt abgeschnitten – zumindest was das Tor 1 im Werk 1 (sprich den Haupteingang) an der Waldstraße in Sürenheide betrifft. Auch das gegenüberliegende Parkhaus und die riesigen Parkflächen drumherum sind schwerer zu erreichen als sonst. Was sich nach einem „Notfall“ anhört, ist weit weniger dramatisch, als es der erste Blick vermuten lässt. Denn die Nichterreichbarkeit ist gewollt, hat doch die Verler Stadtverwaltung die umfassende Sanierung der Waldstraße inklusive Vollsperrung nach expliziter Absprache mit dem heimischen Küchenmöbel-Marktführer veranlasst. „Nobilia macht gerade drei Wochen Betriebsferien“, sagt Lennart Brakel. Der Bauingenieur vom Fachbereich Tiefbau der Stadt hat alles genau im Blick. „Am Montag, 4. August, ging es los, bis zum Samstag, 23. August, wollen wir fertig sein. Das wären dann drei Wochen Bauzeit“, sagt der 33-Jährige. Er ist optimistisch, dass der Zeitplan eingehalten wird – auch ohne Nacht- oder Wochenendschichten. Enger Zeitplan im Kreis Gütersloh muss eingehalten werden „Klar, drei Wochen sind eng, da muss schon alles passen“, so Brakel. Aber in den vergangenen Jahren habe das auch immer geklappt. Der städtische Mitarbeiter spielt damit auf die ersten drei Etappen bei der Sanierung dieser wichtigen Durchgangsverbindung zwischen Gütersloher und Sürenheider Straße an. Im Jahr 2022 war der Bereich an der neuen Feuerwache sowie dem noch zu bauenden Bevölkerungsschutzzentrum erneuert worden (Thaddäusstraße), 2023 wurde der Radweg an der Waldstraße von der Einmündung Trakehner Straße bis zur Sürenheider Straße saniert, und im Vorjahr war der Sektor von der Abzweigung der Thaddäusstraße am vermutlich namensgebenden Wald vorbei bis zur Gleiwitzer Straße an der Reihe. Aktuell werden 320 Meter Straße zwischen Gleiwitzer Straße und der Bushaltestelle neben der Kreuzung zur Trakehner Straße erneuert. „Das Ganze ist eine sogenannte grundhafte Sanierung“, sagt Brakel. Meint: Der komplette Oberbau der 6,50 Meter breiten Straße bis zu einer Tiefe von 60 Zentimeter wird erneuert – Schotter und Asphalt inklusive. Ganz neu wird auch der Fuß- und Radweg angelegt. Während die Straße noch ausgekoffert wird, hat der parallel verlaufende Weg bereits am Dienstag eine neue schicke Asphaltdecke erhalten. Nobilia ist ab Ende August wieder erreichbar Am Tag davor war die neue Tragschicht aufgebracht worden. Brakel: „Und er ist um 50 Zentimeter breiter geworden auf jetzt 2,50 Meter.“ Zudem werden die Straßenlaternen neu aufgestellt und um einige Exemplare aufgestockt. Die Kanäle werden nicht erneuert. „Wir haben die Rohre vorher untersucht – die sind noch in Ordnung“, sagt Brakel. Nur eine Querverrohrung zum Rückhaltebecken sowie die Verrohrung des Knisterbaches mit zwei Mauerwerken wurden erneuert. Lennart Brakel und Bauleiter Timo Steffen vom ausführenden Bauunternehmen Vollmer aus Steinhagen sind sich einig, dass die Instandsetzung der Waldstraße technisch keine besonders große Herausforderung ist. „Für uns ist das eine ganz normale Baustelle“, sagt Steffen. Bisher habe es auch noch keine (bösen) Überraschungen gegeben. Dass einer der Bagger am Dienstag ein Stromkabel erwischt hat, gehört auf solchen Baustellen zur Routine. Schnell war Westnetz vor Ort, um die Leitung fachgerecht zu flicken. Für die gesamte Baumaßnahme hat die Stadt Kosten in Höhe von gut 700.000 Euro veranschlagt. Wie gesagt: Dass diese Summe pünktlich verbaut sein wird, ist für alle Beteiligten – Vollmer ist mit neun Bauarbeitern vor Ort – ausgemachte Sache. „Wir werden am Samstag, 23. August, die Absperrungen abräumen“, verspricht Bauleiter Steffen. Dann ist auch Nobilia wieder in vollem Umfang erreichbar.