Bielefeld (Gün). Leni Riefenstahl (1902 bis 2003) zählt zu den umstrittensten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Noch bis zum 24. Juni ist im Historischen Museum Bielefeld die Ausstellung "Leni Riefenstahl - Fotografie, Film, Dokumentation" zu sehen. Die Schau entstand ein Jahr nach ihren Tod.
Von vielen wurde sie verehrt als geniale Regisseurin, die mit ihren Ideen Meilensteine des Dokumentarfilm setzte, von anderen wurde sie beargwöhnt als "die interessanteste, begabteste und wirkungsvollste Nazikünstlerin", so die amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag.
Es ist diese Widersprüchlichkeit, die den Reiz und die Faszination der Schauspielerin, Regisseurin und Fotografin ausmachen. Bis zu ihrem Lebensende blieb sie völlig uneinsichtig, was ihre Rolle in der NS-Zeit angelangte. Dabei war sie Hitlers Regisseurin, der sie protegierte und ihr die lukrativen Aufträge für die Filme über die Parteitage der NSDAP und zu Olympia 1936 gab.
1964 kamen ihre Bildbände über das sudanesische Volk der Nuba heraus.