Prostituierte soll bei Sexspielen mit Salzufler gestorben sein

Mordfall Olga P.: Angeklagter sagt aus

VON NILS MIDDELHAUVE

Olga P. soll beim Sexspiel gestorben sein - © Bielefeld
Olga P. soll beim Sexspiel gestorben sein (© Bielefeld)

Spenge/Bielefeld. "Dann ist etwas schief gegangen", sagte Jakob F. (42) mit unterdrückter Stimme. Der Mann aus Bad Salzuflen ist angeklagt, im Februar 2009 die damals 21-jährige Olga P. ermordet zu haben. Vor dem Bielefelder Landgericht breitete er am Dienstag erstmals seine Version des Geschehens aus.

Im Februar dieses Jahres hatten Polizeibeamte die Leiche von Olga P. in einer Tiefkühltruhe in einer Garage in Spenge (Kreis Herford) gefunden. Laut Anklage soll F. die junge Frau im Februar 2009 an einem unbekannten Ort mit zwei Kabelbindern erdrosselt und anschließend in der Garage versteckt haben.

Die Beweisaufnahme in dem Mordprozess neigt sich allmählich dem Ende entgegen. Bislang hatte Jakob F. beharrlich zu dem gegen ihn erhobenen Vorwurf geschwiegen – bis jetzt.

"Kennengelernt habe ich Olga im Herbst 2007 bei einem Besuch in der Ukraine", begann er seine Einlassung vor Gericht. Sie sei kurz vor Jahresende nach Deutschland gekommen, wo sich zwischen den beiden eine Sex-Beziehung entwickelt habe. Diese habe Olga P. auch aufrecht halten wollen, als der verheiratete F. ihr mitgeteilt habe, dass er seine Frau und Kinder nicht für sie verlassen werde.

In dieser Garagenzeile in Spenge wurde die Leiche im Februar 2012 entdeckt. - © FOTO: CHRISTIAN MATHIESEN
In dieser Garagenzeile in Spenge wurde die Leiche im Februar 2012 entdeckt. (© FOTO: CHRISTIAN MATHIESEN)

Am 19. Februar 2009 sei er, so F., mit schlechter Laune in ein Bordell in Bad Salzuflen gefahren, wo er sich mit Wodka betrunken habe. Olga P. habe ihn angerufen und sei kurz darauf ebenfalls in besagtes Etablissement gekommen.

Gericht sieht Ungereimheiten

Beim anschließenden Geschlechtsverkehr hätten die beiden, nachdem sie sich ausgezogen hatten, Kabelbinder für Fessel- und Würgespielchen benutzt, dies sei zuvor schon häufiger vorgekommen.

Allerdings sei bis dahin nie etwas schief gegangen. "Ich erinnere mich an das Ende vom Sex nicht mehr, ich war zu betrunken. Ich weiß nur noch, dass ich auf ihr lag und sie sich nicht mehr bewegte, sagte der Angeklagte. Er habe in seiner Ratlosigkeit und geschockt die Leiche dann in einen Koffer gepackt und in der Tiefkühltruhe versteckt.

Die X. Große Strafkammer des Landgerichts machte keinen Hehl daraus, dass diese Aussage allerlei Ungereimtheiten enthalte – allem voran die Tatsache, dass einer der Kabelbinder beim Auffinden der Leiche oberhalb des Pulloverkragens von P. festgezogen war.

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