"Du bist ganz lange erstmal eine von ganz vielen"

Sebastian Lucas

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Ging 2013 von Detmold nach Leverkusen: Lilli Schnitzerling. - © Foto: Privat
Ging 2013 von Detmold nach Leverkusen: Lilli Schnitzerling. (© Foto: Privat)

Kreis Lippe/Leverkusen. Nach Speerwerferin Linda Stahl (2003) und Stabhochspringerin Lilli Schnitzerling (2013, beide vorher LG Lippe-Süd) wechselt auch Mehrkämpferin Saskia Lutschak von der LG Lemgo bekanntlich zu Bayer Leverkusen. Doch was erwartet sie dort? Stahl und Schnitzerling berichten.

"Du bist ganz lange erstmal eine von ganz vielen. Um aus der Masse rauszustechen, reichte es nicht, einfach nur mitzumachen. Das hat mich aber auch angespornt", blickt die Blombergerin Linda Stahl (30) auf ihre Anfänge in Leverkusen zurück: "Toll ist, dass du die Vorbilder direkt vor der Nase hast und dir viel von denen - egal, aus welcher Disziplin sie jetzt sind - abschauen kannst." Stahl habe gesehen, wie viel die Großen trainieren.

Klar ist aber auch: "Anfangs fühlst du dich im Vergleich zu einem kleinen Verein etwas verloren." Denn: "Du bekommst weniger Aufmerksamkeit." Schon seit zwölf Jahren startet sie für Bayer Leverkusen, gewann den EM-Titel 2010 und Bronze bei Olympia in London. Die Speerwerferin arbeitet nach erfolgreichem Medizinstudium nun als Ärztin und ist weiter mittendrin in der Speerwurf-Weltspitze.

Stabhochspringerin Lilli Schnitzerling (21), seit 2013 im Rheinland und vorher ebenfalls bei der LG Lippe-Süd, fühlt sich in der neuen Umgebung wohl: "Mir gefällt das Studium in Köln und auch das Training in Leverkusen." Am Anfang sei es besonders schwierig gewesen, sich umzustellen von einem Leben mit der Familie und mit einem Alltag, der vor allem aus Schule und Sport bestanden habe, hin zu einem Leben in einer Großstadt: "Auf einmal bist du für alles selbst verantwortlich." Die Uni sei zeitlich umfassender und auch fachlich deutlich anspruchsvoller als Schulstoff: "In einem neuen großen Verein muss man sich auch erst einmal zurechtfinden, sich an ein anderes Training mit einem neuen Trainer gewöhnen."

Mit ihrem Ex-Trainer Olaf Hilker sei sie ein "eingespieltes Team" gewesen: "Er war mein erster Trainer, und ich hätte auch gerne weiter bei ihm trainiert." Aufgrund einer Verletzung, der Umgewöhnung und der neuen Belastungssituation habe Schnitzerling ihre Bestleistung in den vergangenen zwei Jahren nicht verbessern können. Aber: "Ich habe mich in anderen Dingen weiterentwickelt und verbessert. Ich würde mein Entscheidung, nach Leverkusen zu gehen, nicht rückgängig machen wollen und bin weiterhin bestrebt, neben meinem Ziel, irgendwann einmal Ärztin zu sein, im Stabhochsprung noch einige Höhen anzugreifen." Schnitzerlings größter Erfolg war die U20-Vize-Europameisterschaft.

Lesen Sie ein Interview mit dem hauptamtlichen Trainer der LG Lippe-Süd, Olaf Hilker, morgen in der LZ.

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