Nach Hallenkreismeisterschaften muss die Spruchkammer ran

Sebastian Lucas

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Der Ball ist verdeckt: Ahmsens Torwart Damian Witt und Philipp Wietbrauk vom TuS Grastrup-Retzen. - © Sebastian Lucas
Der Ball ist verdeckt: Ahmsens Torwart Damian Witt und Philipp Wietbrauk vom TuS Grastrup-Retzen. (© Sebastian Lucas)

Kalletal-Hohenhausen. Die Lemgoer Hallenfußball-Kreismeisterschaften der G- bis D-Junioren sind vorbei. Zwei Pokale gingen an den SV Werl-Aspe (F und D), bei den E-Kickern gewann SC Bad Salzuflen den Pokal. Doch nach den Spielen in Hohenhausen stehen andere Themen im Mittelpunkt.

Denn nach den Partien - bei der "G" wurden die Ergebnisse nicht ausgewertet - ist vor zwei Spruchkammersitzungen. Das Endspiel der D-Junioren zwischen SV Werl-Aspe und TBV Lemgo brach der Schiedsrichter beim Stande von 3:1 ab (10.). Grund: TBV-Trainer Christopher André holte sein Team vom Feld und bestätigte gestern seine Beleidigung mit dem Wort "lächerlich" gegenüber dem Unparteiischen Patrick Boyce, der das im Spielbericht vermerkte.

"Das Fass ist übergelaufen, ich fühlte mich von dem Schiri schon im Halbfinale gegen Extertal benachteiligt. Die Zeitstrafe gegen meinen Torwart war zu hart, außerdem erhielt mein Spieler keine Begründung", sagte André. Gegenüber ihm habe der Schiri die Entscheidung erst mit der Grätsche erklärt, dann mit dem aggressiven Verhalten gegenüber dem Spielleiter: "Das nannte ich ,lächerlich'." Daraufhin verwies der Unparteiische den Coach aus der Halle. André nahm sein Team gleich mit. Da die Lemgoer nicht aufs Feld zurückkehrten, brach Boyce ab. Der TBV-Trainer: "Diese Reaktion darf mir nicht passieren, es tut mir leid. Die Konsequenzen muss ich tragen."

Rolf Hollensteiner, Vorsitzender des Kreisjugendausschuss, über den TBV-Coach: "Unglaublich." Sven Krause aus dem TBV-Jugendvorstand sagte, dass André nicht rausgeschmissen werde. Aber: "Über das Fehlverhalten werden wir sprechen. Glückwunsch an Werl-Aspe zum verdienten Titel." Bei den F-Junioren beleidigten Trainer und Betreuer der Kontrahenten TSV Kirchheide und SV Werl-Aspe die Spielleitung massiv. Folge: Staffelleiter Stefan Kuphal gab den Fall an die Kammer ab.

D-Junioren: SV Werl-Aspe führte im Endspiel zwei Minuten vor Schluss 3:1 gegen den TBV. Dies bedeutete den Titel nach dem Spielabbruch. "Im Finale zeigten wir unsere beste Leistung. Gegen den spielstarken TBV ließen wir kaum etwas zu", so Werl-Aspes Trainer Nico Wittmann. Siegerteam: Mervi Kraus, Linus Fink, August Fischer, Max Weiser, Jonah Tappe, Simon Neudorf, Nico Brinkmann, Ole Haupt, Alexander Pape, Akay Arslan.

Der E-Junioren-Champion: Der SC Bad Salzuflen mit (oben von links)

Trainer Sahin Aytan, Merwan Omar, Azad Avanas, Rojhat Kotlo, Rohni Bulut, Asad

Özmen, (Mitte von links) Ahmed Özden, Luke Montag, Jonas Derbas, Robo Aytan

sowie (vorne von links) Maurice Boureima und Aaron Bierweller. - © Kai Hahn
Der E-Junioren-Champion: Der SC Bad Salzuflen mit (oben von links) Trainer Sahin Aytan, Merwan Omar, Azad Avanas, Rojhat Kotlo, Rohni Bulut, Asad Özmen, (Mitte von links) Ahmed Özden, Luke Montag, Jonas Derbas, Robo Aytan sowie (vorne von links) Maurice Boureima und Aaron Bierweller. (© Kai Hahn)

E-Junioren: Asad Özmen, Jonas Derbas und Asad Derbas markierten im Endspiel gegen JSG Lieme/Hörstmar/Leese beim 3:2 die Treffer für den SC Bad Salzuflen.

F-Junioren: Herausragender Akteur beim SV Werl-Aspe war Kim Lennox, der beim 4:3 im Endspiel gegen TuS Grastrup-Retzen alle Treffer für den SV Werl-Aspe markierte. Zum Team der Trainer und Betreuer - Edis Rosi, Andreas Hennemeier, Ali Cam - gehörten zudem: Jason Carell, Fiona Wagner, Tim Dreier, Adam Banani, Paul Kran, Altan Cam, Yannik Brandenburg, Kim Brüggemann, Alessio Caporale, Malik Rosi, Elias Arndt.

G-Junioren: JSG Almena/Laßbruch-S. fehlte unentschuldigt, sieben Teams traten an.

Kommentar: Einsicht ist der erste Schritt

von Sebastian Lucas

Der Fall Roger Schmidt ist gerade erst gewesen. Nach dem Trainer von Fußball-Erstligist Bayer Leverkusen muss sich der D-Junioren-Coach des TBV Lemgo nun vor dem zuständigen Sportschiedsgericht verantworten. Beide verstehen nicht - zumindest, wenn sie "unter Strom" stehen -, dass die Entscheidungen der Schiedsrichter zu respektieren sind.

Christopher André hat mit dem Spielabbruch eine krasse Fehlentscheidung getroffen, seinen Fehler im LZ-Gespräch eingeräumt und sich entschuldigt. "Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung", heißt es bekanntlich. Gleichwohl: Mit dem Urteil sollte die Kammer ein Zeichen setzen.

Nachdenklich stimmt aber nicht nur das Verhalten von André, sondern das Gesamtbild, was die Erwachsenen am Wochenende abgaben. Zwei Kammersitzungen stehen an, unfassbar bei einem Wettbewerb für die Kleinsten. Es ging nicht um Millionen, sondern um Kreistitel. Besinnt euch, seid Vorbilder für den Nachwuchs!

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