Schlangen. Nicht viel passiert an der Tabellenspitze. Der TuS Westfälische Eiche Lügde führt weiterhin die Fußball-Kreisliga A Detmold an mit 48 Punkten nach einem 1:1 beim engsten Verfolger FC Fortuna Schlangen, der 47 Zähler aufweist, das ausstehende Spiel gegen Blomberg allerdings noch nachholt am Samstag, 2. Dezember, um 14.30 Uhr auf dem Rennekamp. Gerechtes Ergebnis, oder nicht? Diese Frage stellten sich die 250 Zuschauer nach dem 1:1. Zunächst schienen die Platzherren besser in die Partie zu kommen. Der schnelle Mamadou Diallo bereitete als erste Spitze der Lügder Innenverteidigung immer wieder Probleme, und aus dem Mittelfeld setzte Thomas Antidze als kleiner Quirl immer wieder energisch nach. Dennoch fast aus dem Nichts traf Artur Wiegel mit einem beherzten Linksschuss ins linke Eck zum 1:0 (23.) aus gut 20 Metern. Lügdes Keeper Felix Wessel sah den Ball offenbar zu spät und reagierte sparsam. Während sich Schlangen weiter auf sein Tempo stützte, begannen die Lügder so langsam mit Kombinationsfußball und legten auch die ein oder andere Ballstafette mit nur einer Berührung des Leders über mehrere Stationen hin. Das ließ sich sehen. Um ein Haar wäre Wiegel noch ein weiterer Treffer gelungen, doch diesmal lenkte Wessel den Weitschuss an den Pfosten. In der Schlussphase der ersten Halbzeit versuchten sich die Spieler beider Mannschaften vor der Haupttribüne nach einer Unstimmigkeit an einer amateurhaft durchgeführten Rudelbildung, die der blutjunge und gut pfeifende Schiri Lucas Kamp (SJC Hövelriege) schon entkrampft hatte, als sich Artur Wiegel zu einer Beleidigung seines Gegenspielers hinreißen ließ und prompt die rote Karte bekam. Unverzeihlich, musste doch seine Mannschaft fortan in Unterzahl agieren. Doch mehr als das 1:1 (50.) durch einen feinen 20-Meter-Schuss von Lügdes Kapitän Nils Nehring im Anschluss an einen nicht unterbundenen Doppelpass sprang nicht heraus. "Qualitativ manierlich" Ein Kommentar von Dietmar Welle Es hatte Charme, sich das Gipfeltreffen in der Fußball-Kreisliga A Detmold zwischen Fortuna Schlangen und TuS Lügde (1:1) anzuschauen. Diese 90 Minuten offenbarten dem unparteiischen Betrachter, wo wir auf Detmolder Kreisebene stehen. Nun: Die Bilanz fällt qualitativ manierlich aus. Schlangen orientiert sich mit seinen teils eher zierlichen Spielern an Tempo und Lauffreudigkeit mit technischen Akzenten. Diese Entwicklung lässt sich so weitertreiben. Lügde, körperlich eher robuster, lebt von seinem Teamgeist und seiner Bereitschaft. Sollte es der in vielen Bereichen des modernen Fußballs gut ausgestattete TuS-Spielführer Nils Nehring gar noch für adäquat erachten, nach einem Pass nicht zu verharren, sondern dynamisch anzutreten, dann könnte er womöglich noch ein, zwei Klassen höher spielen. Weiter oben weht ein klareres Lüftchen. Das ist des ruhigen Trainers Hoffmanns Sache, seinen Chef auf dem Platz auf eine weitere Stufe zu hieven.