Kreis Lippe. NRW zieht die Notbremse – das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Sport in Lippe. Und: Die Beschlüsse der Politik bieten viel Diskussionsstoff. Hiddesen-H. sagte schon Sonntag ab „Wir wollten eigentlich in dieser Woche wieder mit dem Training anfangen, doch die Inzidenzzahlen lassen es leider nicht zu. Bei uns passiert derzeit gar nichts“, berichtet Björn Schrader, Trainer der Fußball-F-Junioren der JSG Lügde/Rischeau/Elbrinxen. Hält er das für richtig? Schrader überlegt kurz und antwortet dann: „Ja, wir müssen uns alle einschränken, auch wenn es weh tut, sehr weh für die Kinder.“ Genauso sieht es Lütfi Soylu, Sportlicher Leiter der SG Hiddesen-Heidenoldendorf. Zusammen mit seinen Vorstandskollegen Michael Seifert und Peter Aumüller (VfL Hiddesen) sowie Christoph Stelzle (BSV Heidenoldendorf) entschied er schon am Sonntagabend, das Training in den nächsten Wochen auszusetzen: „Die Inzidenzwerte schießen in die Höhe. Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Eltern und Kindern. Ich verstehe, dass die Kids raus wollen, sich bewegen. Ich habe selber E-Junioren-Training angeboten und in die strahlenden Gesichter geschaut.“ „Ein kleiner Teil beschwerte sich" Soylu arbeitet beim Lippischen Blinden- und Sehbehindertenverein: „Ich erlebe die prekäre Lage. Eine Hälfte ist bisher bei uns geimpft, die andere folgt in der nächsten Woche. Ich lasse mich impfen, um andere zu schützen.“ Von der Entscheidung der SG-Verantwortlichen waren übrigens nicht alle Trainer begeistert. Soylu: „Ein kleiner Teil beschwerte sich mit den Worten: ,Das könnt ihr nicht machen. Dafür habe ich auch Verständnis, aber das Vorstandsteam war sich einig.“ Bis Sonntag geht Training noch Noch bis Sonntag gilt erstmal, dass „20 Kinder bis einschließlich 14 Jahren“ als Gruppe gemeinsam draußen Sport treiben dürfen. Der SVE Jerxen-Orbke nutzt das. Bastian Möller: „Wir haben mit den Mannschaften bis einschließlich der U14 in den vergangenen Wochen trainiert und werden das auch in dieser Woche ermöglichen. Ob die Einheiten stattfinden, überlassen wir den Trainern.“ Möller, stellvertretender Vorsitzender des neu-gegründeten Jugendfördervereins (Zusammenschluss im Leistungsbereich mit dem TBV Lemgo, wir berichteten), weiß, dass „wir uns derzeit in einer schwierigen Situation befinden.“ Aber: „Mir erschließt es sich einfach nicht, warum nicht zumindest kontaktfreies Training für die Jungs und Mädchen unter freiem Himmel erlaubt bleibt. Die Vereine – und ich stehe mit vielen in Kontakt – haben wirklich gute Konzepte, damit der Sport nicht Treiber der Infektion ist. Sportvereine sind eine gute Möglichkeit, um in der Zeit der Pandemie für ein bisschen Normalität zu sorgen.“ "Solange es keine andere Verordnung gibt.“ Zustimmung erhält er von Anika Rabe aus der Geschäftsführung des Kreissportbundes: „Natürlich darf der Sport das Infektionsgeschehen nicht befeuern, aber die Vereine haben gute Lösungen gefunden.“ Bleiben denn zumindest die Sportanlagen geöffnet? Aus dem Rathaus der Stadt Detmold heißt es: „Ja, solange es keine andere Verordnung gibt.“ Kletts Forderung Landessportbund-Präsident Stefan Klett fordert im LZ-Gespräch: „Lasst das Kinder- und Jugendtraining draußen weiter zu. Es ist kontrollierbar und nachvollziehbar. Für die Gesamtentwicklung von Kindern nimmt Bewegung eine ganz, ganz wichtige Rolle ein.“ Das NRW-Gesundheitsministerium verfasst die neue Schutzverordnung, die dann ab dem 29. März gilt.