Als der VfB Stuttgart einst in Paderborn eine Party steigen ließ

Im Mai 2015 feierten die Schwaben mit einem Sieg beim SCP den Erstliga-Klassenerhalt. Nun gibt's eine Neuauflage des Duells im DFB-Pokal, bei dem ein SCP-Neuzugang vor seinem Debüt für Paderborn steht.

Frank Beineke

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Stuttgarts Siegtorschütze Daniel Ginczek (r.) und sein Teamkollege Serey Die baten am 23. Mai 2015 nach dem Klassenerhalt in Paderborn zum Tanz. - © Imago Images
Stuttgarts Siegtorschütze Daniel Ginczek (r.) und sein Teamkollege Serey Die baten am 23. Mai 2015 nach dem Klassenerhalt in Paderborn zum Tanz. (© Imago Images)

Die Bilanz spricht für den VfB

Wenn der SC Paderborn an diesem Dienstag um 18 Uhr im DFB-Pokal-Achtelfinale in der heimischen Home-Deluxe-Arena auf den VfB Stuttgart trifft, wird es erst das fünfte Pflichtspiel zwischen den beiden Klubs sein. In den vier bisherigen Duellen ging der SCP dabei drei Mal leer aus. Lediglich in der Erstliga-Saison 2014/15 holten die Paderborner am letzten Hinrunden-Spieltag ein 0:0 in Stuttgart.

Nach dem Rückspiel stieg dagegen eine riesige VfB-Party in der Paderborner Arena. So siegten die Schwaben im Bundesliga-Saisonfinale am 23. Mai 2015 mit 2:1 beim SCP. Folgen: Der SCP war endgültig abgestiegen, der VfB sicherte sich den Klassenerhalt. Daniel Ginczek hatte dabei in der 72. Minute den Siegtreffer erzielt. Stuttgarts Trainer Huub Stevens erfüllte damit seine Retter-Mission. Der VfB sollte allerdings ein Jahr später doch noch absteigen.

Zuvor hatte es in den Jahren 2002 und 2007 zwei DFB-Pokalspiele zwischen Paderborn und Stuttgart gegeben. Am 31. August 2002 setzte es für den SCP im Lönsstadion eine 1:4-Erstrunden-Niederlage. Vesko Gerov glich zwar nach 68 Minuten die VfB-Führung durch Kevin Kuranyi aus. Doch Amanatidis, Kuranyi und Hleb sorgten mit späten Treffern für den Stuttgarter Sieg.

Am 31. Oktober 2007 setzte sich Erstligist Stuttgart in der 2. DFB-Pokalrunde im heimischen Gottlieb-Daimler-Stadion erst nach Verlängerung mit 3:2 gegen den SCP durch. Der VfB hatte nach einem Hitzlsperger-Doppelpack zur Pause mit 2:0 geführt. Erwin Koen und Nils Döring glichen für Paderborn aus. Doch Mario Gomez schoss in der 118. Minute das Siegtor für die Schwaben.

Kwasniok weiß, wie's funktioniert

SCP-Chefcoach Lukas Kwasniok kann dagegen eine positive Bilanz gegen Stuttgart vorweisen. Als Trainer der U17 und U19 des Karlsruher SC heimste er in sechs Junioren-Bundesligapartien gegen den VfB vier Siege ein. Und da Kwasniok seit seinem sechsten Lebensjahr in Karlsruhe wohnte, verbindet ihn eine besondere sportliche Rivalität mit den Stuttgartern.

"Es ist aber kein Hass. Schließlich bin ich kein gebürtiger Badenser", erklärt der SCP-Trainer, der ohne Neid nach Stuttgart blickt: "Das ist die Landeshauptstadt. Der VfB hat ganz andere Möglichkeiten als der KSC. Eigentlich gehört der Verein in den Kampf um die europäischen Plätze. Darum hat Fabian ja auch gesagt: Stuttgart, da geh ich mal hin und versuche mein Glück."

Kein Kontakt im Vorfeld

Mit eben jenen Fabian meint Lukas Kwasniok seinen ehemaligen Chef Fabian Wohlgemuth, der bekanntlich seit Dezember als Sportdirektor des VfB Stuttgart im Einsatz ist. Und so feiern beide am Dienstag ein frühes Wiedersehen. Die Begrüßung dürfte herzlich ausfallen.

Eine Kontaktaufnahme zwischen Kwasniok und Wohlgemuth hat es vor dem Spiel aber noch nicht gegeben. "Fabian hat viel zu tun. Und wir auch. Er hat eine tolle Aufgabe in Stuttgart. Und wir haben einen tollen Nachfolger", erklärt Paderborns Trainer mit Blick auf seinen neuen Sportchef Benjamin Weber.

Kwasniok gerät ins Schwärmen

Der besagte Benjamin Weber konnte am vergangenen Freitag mit dem nächsten Winterneuzugang aufwarten. So lieh der SCP den 19-jährigen Innenverteidiger Bashir Humphreys (vorerst) bis zum Saisonende vom englischen Erstligisten FC Chelsea aus. Der junge Mann mit dem Spitznamen "Bash" trainierte am Samstag erstmals mit und wird am Dienstag gegen den VfB Stuttgart bereits im Paderborner Kader stehen.

Womöglich steht Humphreys sogar schon in der Startelf. "Er hat Lust aufs Training und Lust aufs Spiel. Bash ist eine absolute Frohnatur, der immer ein Lächeln im Gesicht trägt", berichtet SCP-Coach Kwasniok und schwärmt: "Ich habe selten eine so fantastischen Jungen erlebt. Er ist sehr aufmerksam und kommunikativ. Als wäre er schon zwei Jahre Teil der Mannschaft."

Endspurt auf dem Transfermarkt

Bashir Humphreys ist nach Pelle Boevink (Oldenburg) und Niclas Nadj (Flensburg) der dritte Winterneuzugang des SCP. Die Wahrscheinlichkeit, dass bis zur Schließung des Transferfensters am Dienstag um 18 Uhr noch ein weiterer Spieler verpflichtet wird, ist gering. Bei den Abgängen dürfte sich dagegen noch etwas tun.

So wird weiter ein Abnehmer für Kelvin Ofori gesucht. Sollte auch am Deadline-Day kein Transfer zustande kommen, könnten Ofori oder andere SCP-Spieler aber auch noch in Länder wechseln, in denen das Transferfenster weiter geöffnet ist. Beispielsweise in die Schweiz oder in die Türkei, nach Österreich oder in die USA.

"Der Markt ist verrückt, da kann immer etwas passieren", sagt Lukas Kwasniok und erinnert an Sven Michel, der vor einem Jahr am Deadline-Day vom SCP zu Union Berlin gewechselt war. "Bei den Leistungsträgern bin ich mir aber sicher, dass wir diesmal keinen mehr abgeben", so der SCP-Coach.

Es gibt noch Karten fürs Düsseldorf-Spiel

Die Paderborner Home-Deluxe-Arena wird am Dienstagabend ausverkauft sein. "Eine frühzeitige Anreise ist ratsam", sagt Sebastian Matz, Leiter Organisation beim SCP. Matz warnt zugleich davor, sich Karten auf dem Schwarzmarkt oder auf nicht autorisierten Online- und Ticketplattformen wie beispielsweise Viagogo oder Ebay zu besorgen. Eine Möglichkeit, noch an Tickets zu kommen, sei dagegen die SCP-Zweitmarktplattform "Clubsale".

Wer an diesem Freitag, 3. Februar, beim Paderborner Zweitliga-Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (18.30 Uhr) live dabei sein will, kann unterdessen noch den ganz normalen Vorverkauf nutzen. So wurden für die Partie bislang gut 11.000 Karten abgesetzt. "Doch wir hoffen auch hier noch auf ein ausverkauftes Haus", so Sebastian Matz.

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