Frau vor Zug gestoßen: Richter sprechen Urteil

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Voerde - © Foto: Marcel Kusch/dpa
Blumen und Kerzen an Gleis eins des Bahnhofs von Voerde. (© Foto: Marcel Kusch/dpa)

Duisburg. Sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Frau am Bahnhof Voerde in Nordrhein-Westfalen ist ein 28-jähriger Mann am Dienstag auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden.

Die Richter am Duisburger Schwurgericht waren überzeugt, dass der neunfache Familienvater die 34-Jährige im Juli 2019 völlig unvermittelt vor einen Zug gestoßen hatte. Die Frau war noch im Gleisbett gestorben. Das Gericht wertete die Tat als Mord, eine Haftstrafe sei wegen der psychischen Erkrankung des neunfachen Familienvaters aber nicht in Betracht gekommen.

Die 34-Jährige war im Juli 2019 völlig unvermittelt vor einen fahrenden Zug gestoßen worden. Sie starb noch im Gleisbett.

Der 28-Jährige hatte im Prozess allerdings jegliche Absicht bestritten. «Ich schubse keine Frauen», hatte es in einer von seiner Verteidigerin verlesenen Erklärung geheißen.

Die Tat von Voerde hatte damals bundesweit für Entsetzen gesorgt. Am Bahnsteig waren Blumen niedergelegt worden - als Zeichen der Trauer. Die 34-jährige hatte nach Zeugenangaben keine Chance, dem Angriff zu entgehen.

Der Täter war noch auf dem Bahnsteig von Passanten überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten worden. Ein Familienvater hatte zuvor beobachtet, wie der 28-Jährige auf und ab gelaufen war und dabei sogar ein Stück eines Schraubendrehers in der Hand gehalten habe. Das sei ihm jedoch abgenommen worden.

Nach eigenen Angaben war es dem Täter an jenem Morgen nicht gut gegangen. Sein Kopf habe sich gedreht, er habe geschwankt. Möglicherweise habe er sich deshalb bei der Frau abgestützt, hieß es in der verlesenen Erklärung.

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