Kreis Lippe. Ab sofort gibt es die Möglichkeit, schnell mit dem Bus von Kalletal bis nach Lemgo und Detmold und zurück zu kommen - und zwar elektrisch. Möglich macht das die neue Schnellbuslinie 33, die am Montagmorgen erstmals bedient wurde. Zwischen 5 und 22 Uhr wird sie künftig stündlich von montags bis freitags unterwegs sein, am Samstag von 9 bis 19 Uhr. Die Verantwortlichen sehen das Angebot auch als Wirtschaftsförderung und hoffen auf wachsende Fahrgastzahlen. Die Linie S33 ergänzt die normalen Buslinien 733 (Lemgo - Kalletal) und 790 (Lemgo - Detmold). So ergibt sich ein Halbstundentakt zwischen den Kommunen. Der bisherige Campusexpress, ein Schnellbus, der schon jetzt die beiden Standorte der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) in Detmold und Lemgo miteinander verbindet, geht in der neuen Linie auf. „Jetzt sind auch beide Klinikstandorte umsteigefrei zu erreichen“, nennt Achim Oberwöhrmeier, Geschäftsführer der Kommunalen Verkehrsgesellschaft (KVG) Lippe, einen weiteren Vorteil. „Teil der Zukunft der Mobilität“ Für Landrat Dr. Axel Lehmann sind Schnellbusse „Teil der Zukunft der Mobilität“. Durch weniger Halte seien sie attraktiver, beispielsweise für Arbeitnehmer oder Studenten. „Dafür braucht es aber ein durchdachtes Netz“, sagte er. Daran knüpfte Matthias Kalkreuter, Aufsichtsratsvorsitzender der KVG Lippe und Bürgermeister in Lage, an: „Ich freue mich, dass die Schnellbuslinie nun an den Start geht, aber es muss weitergehen. Wir brauchen den Halbstundentakt auf der Schiene von Lemgo nach Lage. Das wird ein weiterer Schritt sein, um von Kalletal bis nach Bielefeld zu kommen.“ Lemgos Bürgermeister Markus Baier sagte, dass die neue Schnellbuslinie auch für Menschen, die einkaufen möchten, attraktiv sein kann. Außerdem höre er in Gesprächen mit Firmen immer wieder, wie wichtig der öffentliche Personennahverkehr für sie, beziehungsweise ihre Mitarbeiter, sei. „Darum ist das hier ein Stück Wirtschaftsförderung.“ Auch Kalletals Bürgermeister Mario Hecker sieht den „großen Vorteil“, die Gemeinde mit Lemgo und Detmold zu vernetzen. „Aber am Ende lebt das Ganze davon, wie es angenommen wird“, mahnte er. Und so hofften alle Beteiligten, auf steigende Fahrgastzahlen. In diesem Zuge erinnerte Oberwöhrmeier daran, dass man bei einer anderen Schnellbuslinie die Zahlen schon habe verzehnfachen können - diese fahre aber nicht elektrisch. Neue Ladesäulen Die S33 wird von den Busunternehmen Felix-Reisen aus Kalletal und Kliewe-Reisen aus Lemgo bedient. Stefan Böke von Felix-Reisen sagte: „Wir freuen uns, die Schnellbuslinie umsetzen zu dürfen. Das ist zusätzliche Beschäftigung für unser Fahrpersonal.“ Für die Realisierung seien auf dem Betriebshof im Sommer vier Doppelladesäulen für bis zu acht E-Busse installiert worden. „Im Moment haben wir nur drei E-Busse im Einsatz, aber das ist die Zukunft“, so Böke. Eigentlich sollte die Schnellbuslinie schon 2021 an den Start gehen, doch Corona und die Finanzierung machten dem Vorhaben vorerst einen Strich durch die Rechnung. Nun sei die Finanzierung dank einer Förderung in Höhe von 1,7 Millionen Euro des Verkehrsverbunds Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) für die nächsten fünf Jahre gesichert. „Das ist der vierte Bus, den wir fördern, der fünfte ist in Vorbereitung. Wir hoffen, dass es nach Auslaufen der Anschubförderung auch ohne unser Geld weitergeht“, sagte VVOWL-Geschäftsführer Stefan Honerkamp.