Was ist auf unseren Straßen und Plätzen in OWL los? In Bad Oeynhausen schlagen am Wochenende nach bisherigen Erkenntnissen zehn Männer einen 20-Jährigen so stark, dass er am Dienstag an den Folgen stirbt. Er ist der Bruder einer Abiturientin, die mit ihrer Familie und Mitschülern im schönen Kaiserpalais fröhlich ihr Abi feierte. Man geriet in Streit, heißt es.
In Paderborn schlägt ein Trio Anfang Mai einen Kioskbesucher tot. Und am Kesselbrink in Bielefeld spielen sich fast Abend für Abend gewalttätige Szenen ab, wie diese Zeitung jüngst berichtete. Das sind nur einige wenige Schlaglichter auf eine Wirklichkeit in OWL.
Wer jeweils Schuld hat an den Taten, ist oft nicht leicht zu ermitteln. Klar wird aber: Die Region ist nicht das „Auenland“, in dem alle schiedlich-friedlich vor sich hinleben. Richtig, der Regierungsbezirk Detmold ist auch nicht die Hochburg von Mord und Totschlag. Aber es wird Zeit genau hinzuschauen.
Kriminalitätsstatistik zeigt: Zahl der Verbrechen ist in NRW gestiegen
Die aktuelle Kriminalitätsstatistik für NRW zeigt wachsende Zahlen an Gewaltverbrechen und Körperverletzungen. Die Zahl der Straftaten insgesamt ist in NRW 2023 um 3,4 Prozent gestiegen. Die Gewaltkriminalität doppelt so stark, um sieben Prozent, im Vergleich der vergangenen zehn Jahre um 21 Prozent.
Mehr als 40 Prozent der Täter haben keinen deutschen Pass, so der Bericht des Innenministeriums. Das ist nicht zu vernachlässigen bei allen abweichenden Dunkelfelderhebungen und Ungenauigkeiten von Statistiken. Wie zum Beispiel, dass sich solche Taten häufig gegen ebenfalls Eingewanderte richten. Was es natürlich nicht besser macht. Darauf hat auch Innenminister Herbert Reul (CDU) jüngst bei der Vorstellung des Zahlenwerks hingewiesen.
Der Anteil Nichtdeutscher an der Gesamtbevölkerung in NRW beträgt offiziell 16,1 Prozent. Vor diesem 40:16-Verhältnis die Augen zu verschließen, ist ein Fehler. Genauso wie es ein Fehler wäre, Zugewanderte und Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Generalverdacht zu stellen. Es sind ganz bestimmte Milieus, die problematisch sind. Bei denen gilt es gezielt anzusetzen.
Die Polizei muss präsent sein
Wenn die Polizei erst kommt, wenn die Schlägerei vorbei ist, wie es Zeugen in der NW-Reportage zum Kesselbrink beschreiben, ist das schlecht. Präsenz des Staates, Fahndungsdruck und Kontrolle sind ein Mittel. Ansprache, Hilfe und Angebote ein anderes. Beides muss Hand-in-Hand gehen.
Umso bemerkenswerter ist es, dass Innenminister Herbert Reul (CDU) den zuständigen Landräten dieser Tage erklärt, dass bei der Polizei nach Beschluss der Landesregierung gespart werde. Passt das zusammen? Innere Sicherheit trägt zu politischer und gesellschaftlicher Stabilität bei.