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Sommersaison

Bäderverband rechnet mit weiteren Störfällen in Freibädern

Fälle von Randale und Aggression in Freibädern wie jüngst in Berlin sind nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen Einzelfälle, werden aber auch in dieser Saison wieder auftreten. «Das Problem wird garantiert nicht abnehmen», sagte Sprecherin Ann-Christin von Kieter der Deutschen Presse-Agentur. «Ob es gleich bleibt oder ein zunehmender Trend wird, zeigt sich in dieser Sommersaison. Aber wir rechnen eher mit mehr Fällen.» Es handele sich um ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Respekt nehme ab, aggressives Verhalten zu - auch gegen Polizei oder Rettungskräfte.

Die Aggression in Freibädern gehe fast immer von Gruppen männlicher Jugendlicher oder junger Männer aus, berichtete die Verbandssprecherin in Essen. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen biete Seminare zum Thema Deeskalation an. «Das wird gut angenommen.» Das Problem-Bewusstsein bei den Betreibern sei groß. «Die Schwimmbäder sind inzwischen auch viel besser auf die Problematik vorbereitet.» Einige hätten sich vor Saisonbeginn verstärkt mit externen Sicherheitsfirmen abgesprochen, um Securitykräfte auch für die Aufsicht an den Becken zu gewinnen. Damit diese auch am und im Wasser für Sicherheit sorgen dürften, müssten sie das Rettungsschwimmer-Abzeichen Silber ablegen.

Der Vize-Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Alexander Poitz, betonte, der Badbetreiber sei in der Pflicht, die Sicherheit zu gewährleisten. «Weit überwiegend» seien dort Vorkehrungen für ruhige Abläufe getroffen worden. Aber die Sicherheitskonzepte müssten stets überprüft werden. Betreiber sollten versuchen, die Polizei dabei einzubinden. Komme es wiederholt zu Gewaltübergriffen, werde sich die Polizei nicht weigern, dort Präsenz zu zeigen. Man wolle Straftaten möglichst im Vorfeld verhindern. Die Polizei werde aber nicht einspringen, «wenn Betreiber zu nachlässig mit Sicherheitskonzepten umgehen oder einfach nur Geld sparen wollen», sagte Poitz der Deutschen Presse-Agentur.

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