Mit einer feierlichen Messe hat am Sonntag das Erzbistum Paderborn seine für 2,5 Millionen Euro umgebaute Krypta im Dom eingeweiht. Dabei wurden auch die Reliquien des Paderborner Heiligen Liborius zurück gebracht. Während der Sanierung ruhte Liborius zwei Jahre lang im Westchor des Doms. Weihbischof Matthias König führte durch das Pontifikalamt.
In der neu gestalteten Krypta steht jetzt auf Vorschlag von Missbrauchsbetroffenen eine Hinweistafel, die auf Fehlverhalten der beiden früheren Erzbischöfe Lorenz Kardinal Jaeger (1941-1973) und Johannes Joachim Kardinal Degenhardt (1974-2002) im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauch durch Priester erinnert. Das Erzbistum will sich der Diskussion zu dem Thema stellen.
Auf der Tafel heißt es unter anderem: «Die hier beigesetzten Erzbischöfe haben während ihrer Amtszeit aus heutiger Sicht schwere Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch begangen. Allzu oft haben sie Schutz und Ansehen der Institution und der Täter über das Leid der Betroffenen gestellt.»
Die Krypta des Paderborner Domes, die mit 32 Metern Länge zu den größten in Deutschland zählt, wird häufig als «Herzkammer» des Erzbistums bezeichnet. Werktags dient sie als Hauptgottesdienstraum. Bei der Sanierung wurden unter anderem ein barrierefreier Zugang geschaffen, Licht und Elektrik erneuert und ein neues Gestühl eingebaut.