Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dringt auf eine landesweite Ausstattung der Polizei mit den sogenannten Tasern. Nach Angaben der Gewerkschaft sind weiterhin 29 der 47 Kreispolizeibehörden nicht mit den Elektroschock-Pistolen ausgerüstet.
Die vom NRW-Innenministerium veranschlagten Kosten von 12,9 Millionen Euro dürften kein Hinderungsgrund sein, mahnte der GdP-Landesvorsitzende Patrick Schlüter. Angesichts eines Sachhaushalts von mehr als 1,1 Milliarden Euro im Polizeietat müssten sich Wege für eine landesweite Einführung finden lassen, hieß es.
Unverständnis äußerte die Gewerkschaft über die Grünen, bei denen es Medienberichten zufolge weiterhin Vorbehalte gegen zusätzliche Taser gebe. Alle drei auf deren Wunsch eingeholten Gutachten lägen inzwischen vor und kämen zu dem Ergebnis, dass der Taser eine sinnvolle Ergänzung für die Polizei sei, teilte die GdP mit.
Gutachten hätten viel Zeit gekostet
«Durch die Gutachteritis ist viel Zeit verloren worden – mittlerweile schon mehr als dreieinhalb Jahre», kritisierte Schlüter. Er forderte die CDU auf, weitere Verzögerungen durch den Koalitionspartner nicht hinzunehmen. Die Polizisten in den noch nicht ausgestatteten Behörden warteten seit Jahren auf das Einsatzmittel.
Bisher ist der Taser nur in 18 von 47 Polizeibehörden in NRW im Einsatz. Ob und wann alle Polizeibehörden mit den Tasern ausgerüstet werden, im Behördendeutsch Distanzelektroimpulsgeräte genannt, ist noch offen.