Erneut Dürresommer in OWL befürchtet

Dirk Müller

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Der Dürresommer könnte wiederkommen und das noch schlimmer als im vergangenen Jahr. - © Ralf Hirschberger/dpa
Der Dürresommer könnte wiederkommen und das noch schlimmer als im vergangenen Jahr. (© Ralf Hirschberger/dpa)

Minden/Paderborn. Bei anhaltender Trockenheit könnte Deutschland laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) auf einen weiteren Dürresommer zusteuern. „Sollte die trockene Witterung anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden", sagt der Leiter der DWD-Agrarmeteorologie, Udo Busch.

Auch die Forstämter sind angesichts der trockenen Waldböden in größter Sorge. Holger Raguse, als Leiter des Regionalforstamtes OWL für 80.000 Hektar Wald in den Kreisen Minden-Lübbecke, Lippe, Herford, Gütersloh und Bielefeld zuständig, benutzt ein Bild, um die Lage zu beschreiben: „Angesichts der unzureichenden Niederschläge geht der Wald mit halbgeladenen Akkus in den Sommer!"

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Feuerwehr fordert Hubschrauber

Angesichts hoher Waldbrandgefahr fordert der Deutsche Feuerwehrverband mehr Löschhubschrauber in Deutschland. Helikopter mit Außenlastbehältern seien für die Brandbekämpfung notwendig, sagte Verbandspräsident Hartmut Ziebs.

Wenn der Sommer 2019 so trocken werde wie der vergangene, dann werde es für den Wald auch in Ostwestfalen-Lippe sehr ernst, sagt Raguse. „Und das gilt nicht nur für unsere Problembaumart Fichte, sondern zunehmend auch für die heimischen klassischen Laubbaumarten", so der Forstfachmann. Das geschwächte Immunsystem der Bäume mache sie anfällig für Schädlinge und Parasiten; Raguse nennt den Borkenkäfer mit seinen Unterarten Kupferstecher und Buchdrucker.

Die Gefahr von Waldbränden sieht Raguse nicht nur für trockene Gebiete im Osten Deutschlands: „Kleinere Feuer hatten wir hier auch schon. Natürlich müssen Rauchverbot und Feuerverbot im Wald eingehalten werden", warnt er. Eine besondere Gefahr gehe zudem von den starken Winden aus, die aus einer Kippe schnell einen Flächenbrand entfachen könnten. Gemeinsam mit der Feuerwehr bereiten sich die Männer und Frauen des Forstbetriebes auf ernste Lagen vor, Wasserentnahmestellen und Zuwege werden überprüft.

Auch der Leiter des Regionalforstamts Hochstift, Roland Schockemöhle, ist angesichts der Entwicklung „innerhalb der letzten zehn Tage betroffen". Die Wärme über Ostern und der Ostwind haben den Wald ausgetrocknet. Zudem sei die Vegetation „explodiert, und die Bäume haben letzte Wasserreserven für den Austrieb des Laubs verbraucht". Wie Kollege Raguse sieht Schockemöhle auch die Laubbäume in Not und sorgt sich um die frischen Kulturen, die nach den Sturmschäden angelegt worden seien.

Schockemöhle ist es wichtig, nicht nur zu jammern. Der Weg zu naturnäheren Wäldern, zu mehr Mischwald, müsse konsequent gegangen werden, sagt er. „Jetzt müssen wir es anpacken", sagt der Forstexperte. Der Klimawandel sei im Wald spürbar: „Der Wald hat sein Gesicht verändert", sagt Schockmöhle.

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