Neuer Intendant des Landestheaters Detmold steht fest

Barbara Luetgebrune

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Der Neue: Georg Heckel, der zur Spielzeit 2018/19 Intendant am Landestheater wird, vor den fürs NRW-Theatertreffen bunt verpackten Säulen des Detmolder Hauses. - © Bernhard Preuss
Der Neue: Georg Heckel, der zur Spielzeit 2018/19 Intendant am Landestheater wird, vor den fürs NRW-Theatertreffen bunt verpackten Säulen des Detmolder Hauses. (© Bernhard Preuss)

Detmold. Georg Heckel wird neuer Intendant des Landestheaters Detmold. Der Operndirektor und stellvertretende Intendant am Theater Augsburg tritt die Nachfolge von Kay Metzger an, der das Detmolder Haus mit Ende der Spielzeit 2017/18 verlässt, um in gleicher Funktion ans Theater Ulm zu wechseln.

Georg Heckel, geboren 1967 in Saarbrücken, ist ausgebildeter Sänger. 2006 wurde er als Chefdisponent an das Staatstheater Darmstadt engagiert, 2008 erfolgte der Wechsel in die Position des Künstlerischen Betriebsdirektors, mit Beginn der Spielzeit 2010/11 wurde er zusätzlich Operndirektor. Seit Januar 2014 ist der 49-Jährige Operndirektor und Vize-Intendant am Theater Augsburg.

Bunt geschmückt - so präsentiert sich das Detmolder Landestheater zum NRW-Theatertreffen. - © Bernhard Preuss
Bunt geschmückt - so präsentiert sich das Detmolder Landestheater zum NRW-Theatertreffen. (© Bernhard Preuss)

Auch dort steht ein Intendantenwechsel an – Juliane Votteler verlässt das Haus im Sommer. Vermutlich auch vor diesem Hintergrund hat sich Heckel auf die Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung gemacht. Just in der vergangenen Woche wurde er einem Bericht der Badischen Zeitung zufolge als neuer Künstlerischer Betriebsdirektor am Theater Freiburg ab der Spielzeit 2017/18 vorgestellt. Im Sommer 2018 kommt er als Intendant nach Detmold.

Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Landestheater GmbH hätten sich einstimmig für Heckel ausgesprochen, berichtete Aufsichtsratschef Dr. Axel Lehmann gestern. „Ich bin sicher, dass wir in ihm einen hervorragenden neuen Intendanten gefunden haben." Der aktuelle Amtsinhaber Kay Metzger attestiert Heckel eine hohe Musiktheaterkompetenz – die sei wichtig angesichts der auf dem Gastspielmarkt gut etablierten Marke des Detmolder Musiktheaters.

Heckel kündigte an, die Struktur des Detmolder Hauses halten und pflegen zu wollen. Eines seiner Steckenpferde sei das junge Theater, er könne sich vorstellen, diesen Bereich auszubauen. „Außerdem ist es mir wichtig, Zeitgenössisches in den Spielplan zu integrieren", sagte er. Auf das inhaltliche Programm seiner ersten Spielzeit in Detmold wird Heckel allerdings nur bedingt Einfluss nehmen können.

An einer Landesbühne wie dem Detmolder Haus müssen die Planungen stets früh beginnen – der Spielplan für die Saison 2018/19 steht bereits weitgehend. Heckel: „Da muss ich schauen, ob und wo sich Spielräume ergeben." Die nächsten Monate würden „eine Zeit des großen Kennenlernens" werden, kündigte er an. Er setze dabei vor allem aufs Zuhören. Er sei zwar in Augsburg und Freiburg noch gebunden, wolle aber bereits in diesem Sommer nach Detmold ziehen, so Heckel.

Georg Heckel hat sich gegen knapp 50 Mitbewerber um den Intendantenposten am Landestheater durchgesetzt. Eine Findungskommission, in der neben Lehmann Vertreter der Stadt Detmold, des Landesverbandes Lippe und der Theaterleitung sowie drei externe Kenner der Theaterszene saßen, hatte acht Kandidaten nach Detmold eingeladen. In mehreren Durchgängen war die Auswahl auf zuletzt zwei Bewerber eingegrenzt worden.

Kommentar: "Der Blick kann nach vorn gehen"

von Barbara Luetgebrune

Georg Heckel, Operndirektor und Vize-Intendant am Theater Augsburg, wird mit Beginn der Spielzeit 2018/19 Intendant des Detmolder Landestheaters. Dessen Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Axel Lehmann stellte Heckel am Mittwoch als jenen Mann vor, der „das Schiff durch die hohe See steuern" werde. Ein Bild, dass das Szenario, das den künftigen Intendanten erwartet, treffend beschreiben dürfte. Auch wenn das Theater gut aufgestellt ist – die Herausforderungen werden vor allem finanzieller Natur sein.

So ist der anstehende Regierungswechsel in Düsseldorf ein Unsicherheitsfaktor für die Planungen des Detmolder Hauses; wie es mit der Landesförderung genau weitergehen wird, ist noch unklar. Zudem hatte Lehmann bereits kürzlich angemerkt, dass die Zuschüsse der Gesellschafter der Landestheater GmbH zuletzt Steigerungsraten aufgewiesen hätten, die nicht unendlich weitergeführt werden könnten. Die Theaterleitung wird künftig noch vorsichtiger wirtschaften und genauer kalkulieren müssen als bislang schon, wird wohl auch nach Sparpotenzialen suchen müssen.

Dass Georg Heckel über Erfahrung auch im logistischen Bereich der Theaterarbeit und natürlich in der Theaterleitung verfügt und dass er zusätzlich zu seiner künstlerischen Ausbildung studierter Kulturmanager ist, dürfte ihm eine gute Basis für die anstehenden Aufgaben verschaffen. Angesichts der Unsicherheit, die ein Wechsel an der Spitze stets in ein Haus bringt, ist aber vor allem eines wichtig: Der neue Intendant ist gefunden, der Blick kann nun nach vorn gehen.

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