Lage. Für einige Zeit lagen die Ausstellungen der Sybille-Dotti-Stiftung im Technikum Lage auf Eis - nun geht es weiter. Den Auftakt macht Nick Pyka. Seine Ausstellung wird eröffnet am Sonntag, 18. Januar, um 17 Uhr. Zur Eröffnung gibt es auch Musik, und zwar unter dem Motto „Klassik trifft Moderne“. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 5. April. Nick Pyka lebt und arbeitet als Bildender Künstler und Designer in Wahmbeckerheide und Lemgo. Er ist neues Mitglied im Lippischen Künstlerbund. „Bei der Ausstellung des LKB“, berichtet Matthias Hosenfeldt, von der Dotti-Stiftung, „lernten wir Nick Pyka kennen und dachten: Das wäre doch etwas für das Technikum.“ So geschieht es nun. Pyka präsentiert sich dabei mit abwechslungsreichen Arbeiten, von Haus aus ist er Autodidakt und gelernter Bäcker. Dennoch kam er über dieses Handwerk als Designer zum Lemgoer Möbelhersteller KFF, hat auch ein eigenes Unternehmen. In der Kunst liegt für ihn die Freiheit: „Ich nenne sie ,Unkunst’ - denn was ist Kunst überhaupt? Hier kann ich aus allem ausbrechen, hier verschwimmen Raum und Zeit für mich.“ Die Kinder helfen In seinem künstlerischen Schaffen verbindet Nick Pyka Skulptur, Objekt und Materialforschung zu einem eigenständigen Ausdruck. Für die Ausstellung setzt er sich bewusst mit der Frage auseinander, wie Wahrnehmung entsteht - jenseits erlernter Sehgewohnheiten aus Kunst, Design und Konsumkultur. Seine Arbeiten thematisieren nach seinen eigenen Worten gesellschaftliche Strukturen, insbesondere den kaum noch reflektierten Umgang mit Konsum und Ressourcen, wie er es beschreibt. Nachhaltig lässt er sich dabei von seinen beiden Kindern beeinflussen, zeigt im Technikum auch Arbeiten, die mit den Kindern gemeinsam entstanden sind. „Sie sind sehr frei im Umgang mit der Kunst und den Materialien“, sagt der Lemgoer. Ihre unmittelbare, ungefilterte Bildsprache diene als Referenz und als Versuchsanordnung, eigene Prägungen und Routinen kritisch zu hinterfragen. Er arbeite außerdem nur mit Naturstoffen. Arbeiten mit Naturstoffen Schichtungen von Material, Oberfläche und Bedeutung entstehen in seinem Schaffen aus dem Prozess selbst und lassen Spuren von Zeit, Nutzung und Widerstand sichtbar werden. In einem bewusst offenen Arbeitsprozess sucht Pyka nach einem Weg, Kunst aus der eigenen Gedankenwelt heraus entstehen zu lassen - frei von stilistischen Erwartungen und funktionalen Zwängen. So sollen seine Arbeiten dazu einladen, neu zu sehen, innezuhalten und die eigenen Maßstäbe von Wert, Anfang und Verantwortung zu hinterfragen.