Shademakers holen blinkende Gefährte in den Hangar 21

Raphael Bartling

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Schrilles Auftreten: Die Shademakers liefern den Zuschauern im Hangar 21 einen rasanten Abend, an dem auch weitere Gastkünstler teilnehmen. - © Raphael Bartling
Schrilles Auftreten: Die Shademakers liefern den Zuschauern im Hangar 21 einen rasanten Abend, an dem auch weitere Gastkünstler teilnehmen. (© Raphael Bartling)

Detmold. Ein Performance-Erlebnis der Extraklasse haben die Künstler der Shademakers am Wochenende im Hangar 21 geboten. Unter der Überschrift „Reboot – Neustart“ zeigten sie eine multimediale Darbietung und spannten den Bogen zwischen digitaler und analoger Welt, rasant präsentiert mit jeder Menge Ausdruckskraft.

Natürlich betraten die Mitglieder der Shademakers in extravaganten und ausladenden Kostümierungen das Parkett, welches, wie so oft bei den Auftritten der Performance-Künstler nur spärlich beleuchtet wurde. Die Besucher nahmen wahlweise in einem von vier im Raum verteilten Zuschauerblöcken Platz und bekamen prompt die Anweisung, „die Füße bei sich zu behalten und sich gegebenenfalls die Ohren zuzuhalten“ – spätestens hier wurde deutlich: Das Publikum durfte sich auf einen rasanten Abend gefasst machen.

Gestartet wurde dann aber eher bedächtig, und zwar mit als Fliegen verkleideten Künstlern, die zunächst durch den Hangar schwadronierten und kurze Zeit später zu wummernder Elektromusik die Hüften schwangen. In der Folge bevölkerten etliche weitere Vertreter aus dem Tierreich den Hangar, der schon kurze Zeit nach Beginn der Veranstaltung eher an eine Manege erinnerte.

Affen und Pandas folgten auf Zebras, Giraffen und Löwen, und auch Schmetterlinge und weitere Insekten mischten sich in Person von etlichen weiteren Darstellern unter die Zuschauer.

Die Protagonisten marschierten, tanzten und sprangen, es wurde geklettert, und Gastkünstler der Bielefelder Turngemeinschaft zeigten halsbrecherische Parcours-Einlagen. Ein weiterer Höhepunkte des Abends: Tuchakrobatik hoch oben unter der Hallendecke von Mitgliedern der Shademakers-Truppe und ein unablässig blinkendes und bemanntes Gefährt.

Dann erlebten die Zuschauer jedoch einen plötzlichen Stimmungsumschwung in der Halle. Von frenetischen Beifallsbekundungen und staunenden Blicken wechselte das Verhalten vieler Besucher in Unsicherheit und außerdem Unbehagen.

Der Grund: Das unverhofft unnachgiebige und militaristische Auftreten der Darsteller, die damit selbst vor den ahnungslosen Gästen keinen Halt machten. Die Folge: Ein großer Knall und die Rückkehr zum Ursprünglichen. In ihrer Performance setzten sich die Künstler mit Themen wie Freundschaft und sozialem Zusammenleben auseinander. So bestimmte ein nicht enden wollender Kreislauf aus Sterben, Auferstehung, Krieg, Frieden, Unterdrückung und Hoffnung den Abend. Unterstützung bekamen die Shademakers neben den Parcoursläufern aus Bielefeld außerdem von den „Los Cometas Felices“ vom Alarmtheater aus Bielefeld.

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