Symphonic Brass setzt Akzente im Foyer des Landestheaters Detmold

Fünf Blechbläser und ein abwechslungsreiches Programm unterhalten das Publikum ausgezeichnet

Ilse Franz-Nevermann

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Schwungvolle Matinee: Akio Ogawa-Müller, Matthias Weiß, Matthias Evard, Dominik Schugk und Manuel Morgenthaler (von  links) überzeugen beim Foyer-Konzert im Landestheater. - © Ilse Franz-Nevermann
Schwungvolle Matinee: Akio Ogawa-Müller, Matthias Weiß, Matthias Evard, Dominik Schugk und Manuel Morgenthaler (von  links) überzeugen beim Foyer-Konzert im Landestheater. (© Ilse Franz-Nevermann)

Detmold. Qualität spricht sich schnell herum. Und so war auch die sonntägliche Matinee im Foyer des Landestheaters schnell ausverkauft. Vier Blechbläser des Landestheater-Orchesters und ein Gast stellten ihr neues Programm vor.

Zwischen Klassikern aus Oper und Oratorium führten die Musiker ihr Publikum bis zu Evergreens durch Epochen und Regionen. Neu im Ensemble ist Dominik Schugk, heute Mitglied des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken.

Das Vorspiel zum dritten Akt von Richard Wagners „Lohengrin“ ist vor allem durch den populär gewordenen Hochzeitsmarsch bekannt. Doch am Ende des Arrangements ertönt hier bereits als drohendes Omen die Warnung „Nie sollst Du mich befragen“. Den Beweis, dass Trompeten nicht nur schmetternd, sondern auch sanft und mild klingen können, lieferte die Melodie „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Nikolaj Rimskij-Korsakov, auch musikalischen Laien durch seinen „Hummelflug“ bekannt, schuf eine Ballett-Oper, deren nach Kritiker-Meinung „einziges Highlight“ sich durchaus hören lassen konnte. Zum Programm gehörte auch Astor Piazzolla und mit ihm ein 1974 in Argentinien entstandener „Tango nuevo“. Hier gibt die Kontrabass-Posaune den Rhythmus vor, die Trompete liefert die elegante Melodie.

Stattliche 94 Jahre alt wurde der vor neun Jahren verstorbene niederländische Komponist Jan Kotsier. Unter seinen zahlreichen für Blechbläser geschriebenen Werken findet sich auch ein dreisätziges Brass-Quintett. Rasche Tempi und rhythmische Figuren wechseln sich ab.

Aufmüpfige Töne der Bassposaune unterbrechen eine eingängige, ruhige Melodie. Und am Ende gibt es ein flottes Tempo mit starken Akzenten und synkopisch harten Schnitten.

Miniaturen zu kleinen Alltagsthemen schuf Chris Hazell, Jahrgang 1965. Sie erklingen fröhlich und burlesk, doch auch leise melancholische Blues-Stimmung ist vertreten. Diese wird beim Finale mit einem stimmungsvollen Medley aus der Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin aufgegriffen. Vor allem „Summertime“, eine Vorahnung schon des kommenden Herbstes, hat sich als Evergreen erwiesen.

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