Dieses musikalische Mammutwerk soll erstmals der Region präsentiert werden

Sven Koch

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Großes Werk: Gustav Mahler (hier in einer Zeichnung) schrieb mit seiner Sinfonie Nr. 2 ein Mammutwerk. Dieses wurde in OWL noch nie aufgeführt. - © Repro: Kulturamt Paderborn
Großes Werk: Gustav Mahler (hier in einer Zeichnung) schrieb mit seiner Sinfonie Nr. 2 ein Mammutwerk. Dieses wurde in OWL noch nie aufgeführt. (© Repro: Kulturamt Paderborn)

Detmold. Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 2 ist in der Region noch nie aufgeführt worden. Kein Wunder, denn es ist ein Mammutwerk – doch nun soll es gelingen: ein regionaler Verbund aus Veranstaltern, Chören und Orchestern wird die Aufgabe unter der musikalischen Leitung von Lutz Rademacher, Generalmusikdirektor des Detmolder Landestheaters, schultern. Zu erleben ist dies in der Konzerthalle Bad Salzuflen, in der Marienkirche Lemgo und in der Paderhalle in Paderborn.

Den Anlass bildet eine Ini
tiative der Lippischen Landeskirche zum Reformationsjubiläum. „Lutz Rademacher sprach mich schon im Dezember 2014 an", erzählt Christoph Gockel-Böhner, Leiter des Kulturamtes Paderborn, der das Projekt zusammen mit Rademacher voran trieb. Schnell war klar: Das geht nur als ein Gemeinschaftsprojekt.

Mahlers Werk benötigt nämlich erstens so viele Musiker und Sänger, die kein einzelnes regionales Orchester aufzubieten hat. Zweitens ist das so kostspielig umzusetzen, dass es ohne Fördermittel nicht geht (sie betragen mehr als 100.000 Euro für die Produktion). Und drittens gibt es nicht viele Räume, in denen die epochale Sinfonie aufgeführt werden kann. „Detmold", erklärt Lutz Rademacher, „fiel leider flach: Im Konzerthaus geht es nicht, alle Kirchen waren zu klein. Im Landestheater hätte es hingehauen – aber aus Gründen der Statik nicht."

Die Statik des Theaters ist zu schwach

Denn „Mahler Zwo" ist eben nicht nur akustisch, sondern auch sonst gewichtig: rund 250 Musiker sind insgesamt auf der Bühne, darunter 150 Chorsänger, 90 Orchestermusiker sowie Solisten samt Dirigenten. Und hier spielen für das Mahler-Werk das Symphonische Orchester des Landestheaters Detmold und Mitglieder des Kammerorchesters zusammen.

Information
Termine und Konzerte
  • Konzerthalle Bad Salzuflen, Sonntag, 29. Oktober, 19.30 Uhr; Eintritt: 32, 29, 27, 22,50 Euro; Karten: Theaterkasse am Kurgastzentrum, Tel. 05222-952909, Bürgerberatung im Rathaus, Tel. 05222-952444.
  • Marienkirche Lemgo, Samstag, 4. November, 18 Uhr, Eintritt: 40, 25, 15 Euro; Karten: Marienkantorei, Tel. 05261-543, alle LZ-Geschäftstellen;
  • Paderhalle Paderborn, Mittwoch, 8. November, 19.30 Uhr; Eintritt: 32, 29, 23, 18, 15 Euro; Karten: Ticket-Center, Tel. 05251-299750.
  • Es gibt Ermäßigungen.

Lutz Rademacher: „Zehn Hörner haben wir im Orchester nicht." Und das Kammerorchester freut sich, mit den Profis vom Theater zusammenzuspielen. Noch gewaltiger wird der Chor. Hier singen Mitglieder des Kammerchores der Hochschule für Musik, der Kantorei Bad Lippspringe, der Marienkantorei Lemgo, der Opernchor des Landestheaters Detmold und der Städtische Musikverein Paderborn gemeinsam das anspruchsvolle Werk.

Als Solistinnen treten Janina Hollich und Megan Marie Hart auf. Für den Hochschulchor sagte dessen Leiterin Anne Kohler: „Es ist toll und wichtig für die Studierenden, mit den Profis an diesem Werk arbeiten zu können." Und Stephan Dörr, Verwaltungsdirektor des Detmolder Landestheaters, ergänzt: „Es ist ein Paradeprojekt für die Region."

Das unterstützt auch Walter Neuling, Kulturdezernent der Bezirksregierung: Die Kooperation unter den Einrichtungen sei beachtlich – und das „Symphonic Project OWL" 2014 von Klaus Doldinger mit der Nordwestdeutschen Philharmonie und vielen weiteren Akteuren habe gezeigt, dass Ostwestfalen das könne.

Musikalisch, erklärt Lutz Rademacher, erwarte die Zuhörer eine gewaltige Musik, die den Zuhörer tief berühre und existenzielle Fragen aufwerfe. „Wer sind wir? Was tun wir? Darum geht es", so Rademacher, „es ist eine plakative, fast schon filmische Musik, die unfassbar gut gemacht ist." Ihn selbst habe „Mahler Zwo" verändert, als er die Sinfonie zum ersten Mal hörte. Umso großartiger sei es, das Werk nun aufführen zu können.

Hier gibt es weitere Infos zu "Mahler Zwo"

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