100 Jahre Landestheater: Armin Laschet hebt die kulturelle Bedeutung hervor

Sven Koch

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Geburtstagsparty-Ambiente: Emily Dorn gibt einen Vorgeschmack auf „Jesus Christ Superstar" am Landestheater. - © Sven Koch
Geburtstagsparty-Ambiente: Emily Dorn gibt einen Vorgeschmack auf „Jesus Christ Superstar" am Landestheater. (© Sven Koch)

Detmold. „Theater ist Kunst im Hier und Jetzt. Ein Moment im Theater ist einzigartig und unwiderbringlich" – Ministerpräsident Armin Laschet hat die Bedeutung der vier NRW-Landesbühnen am Dienstag in Detmold herausgestellt. Im Landestheater Detmold gratulierte er den Gastgebern zum 100. Geburtstag des ehrwürdigen Gebäudes am Rosental sowie dem Verbund der vier Landesbühnen. Das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel, die Burghofbühne Dinslaken, das Rheinische Landestheater Neuss und das Detmolder Theater haben ihn vor 25 Jahren gegründet. Die Ensembles des Quartetts stellten außerdem ihre neuen Spielpläne mit darstellerischen Kostproben vor.

Die Kooperation der Bühnen sei bundesweit einmalig, so Ministerpräsident Laschet in seiner Laudatio. Für NRW sei sie sehr wichtig, denn „unser Theater ist ein kommunales", und es werde in 18 Theatern mit 139 Spielstätten in die Breite getragen. NRW sei ein „starkes Theaterland" und habe die größte Theaterdichte in Deutschland. Niemand müsse sich ausschließlich an den Metropolen orientieren.

Mehr als die Hälfte aller jährlichen 1300 Vorstellungen der Landesbühnen seien Gastspiele, die in fast 200 Kommunen dargeboten würden. Ein Drittel davon richte sich an Kinder und Jugendliche. Mit 600 Vorstellungen pro Spielzeit sei das Detmolder Theater das größte in NRW und zudem die größte Reisebühne Europas. Es sei eine enorme Leistung der Bühnen mit all ihren Mitarbeitern, die Gastspiele Jahr für Jahr auf ein Neues zu stemmen und die Spielstätten auch in Turnhallen oder Gemeindehäusern an die Bedürfnisse der Stücke anzupassen.

Kultur erlange immer mehr Bedeutung, weswegen in NRW ein Kulturministerium gegründet worden sei, dessen Etat sich in der laufenden Wahlperiode noch um 50 Prozent erhöhen würde. Vor diesem Hintergrund habe der Landtag außerdem die Förderung der Landesbühnen seit Ende 2018 um 1,5 Millionen Euro und damit um zehn Prozent erhöht. Dafür gab es Szenenapplaus – und zuvor auch ein Dankeschön von Dr. Axel Lehmann, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Landestheater GmbH. Kultur brauche Raum – Kultur brauche aber auch Geld, sagte 
Lehmann.

Ein starkes Theaterland: Ministerpräsident Armin Laschet stellt die Bedeutung und Leistung der Bühnen heraus. - © Sven Koch
Ein starkes Theaterland: Ministerpräsident Armin Laschet stellt die Bedeutung und Leistung der Bühnen heraus. (© Sven Koch)

Jeder Euro, sagte der Ministerpräsident, sei in der Kulturbranche gut investiert und insbesondere für den ländlichen Raum wichtig, wo Kultur geradewegs zur Infrastruktur gezählt werden müsse. „Wir brauchen überall schnelles Internet und gute Verkehrsanbindungen, aber auch Kultur." Denn die sei auch ein Argument, um Menschen im ländlichen Raum zu halten. Sie sei keine Zierde, sondern ein Grundbedürfnis und die Freiheit der Kunst wesentlich für die Demokratie. Wenn diese bedroht werde, wie es sehr oft von Rechtsaußen geschehe, gebe es nur einen Weg: „Wir müssen dem in jedem Moment sofort widersprechen und für die Freiheit der Kunst eintreten", sagte Laschet.

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