Die Senne soll ein sinnliches Erlebnis werden

Dieter Asbrock

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Der Augustdorfer Dünenpfad. - © Guntmar Wolff
Der Augustdorfer Dünenpfad. (© Guntmar Wolff)

Augustdorf. Der Dünenpfad südwestlich des Truppenübungsplatzes Stapel ist eine beliebte Wanderstrecke und wird auch von Läufern und Hundebesitzern gerne genutzt. Demnächst soll er Teil eines weit größeren Wanderweges werden, der rund um beide Truppenübungsplätze in der Senne führt. Geplant wird er von der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne.

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Geld aus Brüssel


Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung – kurz EFRE – unterstützt Regionen mit Entwicklungsrückständen und Strukturproblemen. Das kann die Förderung kleiner und mittlerer Betriebe sein, Unterstützung von Forschung und Entwicklung, aber auch Umwelt- und Klimaschutz, die Integration benachteiligter Gruppen oder eine lebenswerte Gestaltung von Städten und Quartieren.

www.efre.nrw.de


„Senne für alle Sinne – Natur nah erleben" heißt das Projekt, das mit Fördergeldern aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Den Stand der Dinge stellten Peter Rüther und Carolin Schepers von der Biologischen Station (BS) jetzt im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde vor.

„2016 haben wir die Förderzusage erhalten, 2017 war Projektbeginn, jetzt ist das Ganze umsetzungsfähig", sagte Rüther. Und das bedeutet für die Gemeinde, dass sie eine touristische Vermarktungs-Chance auf dem Silbertablett serviert bekommt. Der Senne-Wanderweg rund um den kleinen und großen Truppenübungsplatz mit Hörste im Norden und Paderborn im Süden solle den Menschen Natur- und Kulturerlebnisse bieten, bestehende Angebote ausbauen und ergänzen, und auch für Menschen mit Handicaps sowie Wander-Anfänger geeignet sein. Vorgegebenes EFRE-Förderziel sei, für Touristik buchbare Angebote zu schaffen, erklärte Rüther. Der Weg verbinde Schutzgebiete, Naturerlebnisse und bestehende Wanderwege, führe aber nicht über militärisches Sperrgebiet. Er sei 65 bis 70 Kilometer lang und lasse sich gut in Etappen erwandern.

Erlebnischarakter soll der Senne-Rundwanderweg erhalten durch Aussichtspunkte, Barfußzonen in Sand und Bächen, Landschaftsliegen, Trinkwasserstellen. Auf eigens angelegten Flächen sollen Wanderer sich einen Strauß Heidekraut pflücken können, ohne Naturschutzgebiete zu betreten. Und auch Kunst ist denkbar: Für die Fläche vor dem Aussichtsturm am Stapel stellt Rüther sich die Skulptur eines Ameisenlöwen vor – ein räuberisches Insekt, das im Sennesand lauert. Bis Mitte kommenden Jahres will die BS das Projekt abgeschlossen haben, für das Kosten von maximal einer Million Euro anfallen. „Wir führen es durch, vermarkten das touristische Angebot aber nicht und werden auch nicht Eigentümer der Flächen und Einrichtungen", stellte Rüther klar. Allerdings wird von der BS viel Vorarbeit geleistet – Wander- und Erlebnispunkte werden eingerichtet, Infomaterial bereit gestellt, ein Marketingkonzept erstellt, Werbemaßnahmen ausgearbeitet, eine Internetseite und eine Smartphone-App programmiert.

Auf lippischem Gebiet sollen vier Rundwanderwege in die Strecke integriert werden. Auf Oerlinghauser Gebiet ist es eine Tour durch die Wistinghauser Senne. Zwischen Hörste und Stapel wird der „Dichterpfad" integriert, Startpunkt Bienenschmidt. Der Dünenpfad wird als „Welt der Dünen" integriert. Und in Schlangen kann man einmal den Ortsteil Oesterholz umkreisen.

Wird aufgewertet: Der Augustdorfer Dünenpfad wird in den Rundwanderweg „Senne für alle Sinne" integriert und um einige Naturerlebnisse bereichert. - © Land NRW (2019)/Grafik: Oliver Wendtland
Wird aufgewertet: Der Augustdorfer Dünenpfad wird in den Rundwanderweg „Senne für alle Sinne" integriert und um einige Naturerlebnisse bereichert. (© Land NRW (2019)/Grafik: Oliver Wendtland)


Die Planung des Senne-Rundwanderweges sei von einer Arbeitsgruppe begleitet worden, der unter anderem der Teutoburger-Wald-Verein und der Eggegebirgsverein sowie die acht tangierten Kommunen und die drei zugehörigen Kreise angehörten. Die Kommunen würden auch verpflichtet, sich für wenigstens fünf Jahre um ihren Teil des Weges zu kümmern und ihn instand zu halten, betonte Rüther. Für ihn eine gute Investition in den Tourismus. „Hövelhof und Schloß Holte-Stukenbrock sind sehr stark an einer Vermarktung interessiert", wusste er zu berichten. Für Lippe könne er sich vorstellen, dass das zum Beispiel die LTM (Lippe Tourismus und Marketing GmbH) übernehme.

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