Augustdorf. Zum Ende der Spielzeit 19/20 stellt der SC Augustdorf nach zehn Jahren seinen Betrieb ein und löst sich auf. Das hat der Verein jüngst auf seiner Mitgliederversammlung beschlossen und am Donnerstag bekanntgegeben. „Der Vorstand hat es sich mit der Entscheidung, der Mitgliederversammlung die Vereinsauflösung vorzuschlagen, nicht leicht gemacht, da die Herzen des Vorstandes an dem kleinen Verein hängen", heißt es in einer Pressemitteilung des Vorstandes.
Demnach hätten gleich mehrere Gründe zu dem Schritt geführt. Den Stein ins Rollen brachte der FuL-Kreis Detmold. Der hatte im Februar 2017 bekannt gegeben, dass der Heidesportplatz seit Jahren zu schmal für den Spielbetrieb im Seniorenbereich ist und den damaligen A-Ligisten damit beauftragt, bis zum Sommer einen größeren Platz zu finden.
Seit 2013 waren dem SC Ausnahmegenehmigungen erteilt worden, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Dem SC gewährte man zunächst eine Fristverlängerung um ein weiteres Jahr. Nach der Saison 18/19 sollte der Heidesportplatz für den Wettkampfbetrieb offiziell ausgedient haben. Währenddessen hatte die Gemeinde Augustdorf an einem Sportstättenkonzept gefeilt, das vorsieht, den ausgedienten Heidesportplatz ab 2020 in einen Freizeitpark umzuwandeln.
Einigung für gemeinsame Nutzung des Schlingsbruchs bleibt aus
Der SC Augustdorf war seitdem gezwungen, auf dem Neben-Rasenplatz am Schlingsbruch, der Spielstätte des FC Augustdorf, zu spielen. Da es dort jedoch keine Umkleidekabinen mit Duschmöglichkeiten gibt und der FC Augustdorf das Sporthaus gepachtet hat, hätte der SC sich mit dem FC Augustdorf über eine Mietgebühr einigen müssen. „Die Forderungen waren jedoch deutlich über unserem Budget", schreibt der Vorstand in der Mitteilung.
Bislang hatte der kleine SC den Heidesportplatz samt Kabinen zum Nulltarif nutzen dürfen. „Nachdem nun der Heidepark entstehen soll – und auch für unsere Jugend keine Spielstätte mehr sein wird – und unsere Mitgliederzahlen rückläufig sind, sah der Vorstand keine Perspektive mehr", heißt es weiter. Zuletzt hatte der Verein 50 bis 60 Mitglieder und drei Jugendmannschaften.
Der Vorstand betont jedoch auch, dass er nicht die Schuld bei anderen suchen möchte. „Es ist vieles schief gelaufen, aber für uns ist das Thema jetzt durch", sagt Dirk Seidler, erster Vorsitzender des SC Augustdorf. Die Leidtragenden seien die Kinder und Jugendlichen, die sich nun andere Vereine suchen müssten. „Es tut uns sehr leid – auch um die sozialen Projekte, wie seinerzeit zum Beispiel die Unterstützung der Flüchtlinge", schreibt der Vorstand.
Widerfährt dem FC Augustdorf selbiges Schicksal?
Gerd Krumbach, Vorsitzender des Gemeindesportverbandes, findet es „total schade", dass der SC aufhört. Er befürchtet, dass dieses Schicksal auch den FC Augustdorf ereilen könnte. Wenn der im Winter nicht mehr auf den Kunstrasen des Heidesportplatzes ausweichen kann, fehlt ihm eine Spiel- und Trainingsstätte. Eine Lösung dafür habe Krumbach gerade auch nicht, obwohl alle mit Hochdruck daran arbeiteten.
Bürgermeister Dr. Andreas Wulf teilt schriftlich mit: „Ich danke dem SC Augustdorf herzlich für seine Arbeit. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand war stets konstruktiv und vertrauensvoll." Der Verein habe sich nicht nur als Sportclub, sondern auch als Sozialclub verstanden. Er habe sich besonders um Kinder und Jugendliche sowie um die Integration verdient gemacht. „Ich wünsche den Spielern, dass sie eine neue sportliche Heimat in Augustdorf finden und dass die erfolgreiche Arbeit des Vereins an anderer Stelle fortgesetzt werden kann", heißt es weiter.