Bad Salzuflen. „Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen“, sagte der deutsche Schriftsteller Erich Kästner. Ein Zitat, das nicht passender sein könnte für die nach dem Schriftsteller benannte Förderschule in der Kurstadt. Jahrelang sei die Zukunft der Erich-Kästner-Schule (EKS) ungewiss gewesen und auch die Stelle der Schulleitung sei seit 2021 unbesetzt gewesen, erklärt die Stadt Bad Salzuflen als Schulträger in einer Pressemitteilung.
Beides habe sich jetzt jedoch zum Positiven gewandelt: "Nach dem ruhestandsbedingten Abschied von Jürgen Albath, der mehr als zwei Jahrzehnte Rektor war, wurde Kerstin Lege in einer Feierstunde offiziell in das Amt der Schulleitung eingeführt", schreibt die Stadtverwaltung.
Wegweisender Schritt
Der Schulträger bezeichnet es als "einen wegweisenden Schritt zur Stärkung der künftigen Ausrichtung. 14 Lehrerinnen und Lehrer sowie eine Sozialpädagogin unterrichten als sogenanntes ,Multiprofessionelle Team rund 110 Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt ,Lernen in der Sekundarstufe 1."
„Gerade für unsere Schüler ist es nicht immer leicht, aus den Steinen, die ihnen in den Weg gelegt werden, etwas zu konstruieren“, sagt Lege. „Unsere Aufgabe an der EKS ist es, die jungen Menschen dabei bestmöglich zu unterstützen. In den kommenden Jahren hoffe ich, den Schülern, den Lehrkräften, allen anderen an der Schule Beschäftigten, den Eltern und allen an der Erziehung Beteiligten eine Hilfe, dabei eine Stütze und Ideengeberin zu sein.“
Derzeit sind der Mitteilung zufolge zahlreiche Vorhaben in Planung. Beispielsweise Trommel- und Leseprojekte sowie ein Projekt mit der Stadtbücherei Bad Salzuflen. Eines der persönlichen Ziele von Kerstin Lege ist, die Inklusion aus der Perspektive der Förderschule zu gestalten - wie durch Kooperationen mit den Regelschulen. So sei es für die Erich-Kästner-Schule eine Vision, "dass der Gedanke der Inklusion gelebt und umgesetzt wird und wir mit einem Neubau an ein Schulzentrum in Bad Salzuflen angegliedert werden“, hofft Lege. Die Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf seien Teil einer großen Schulgemeinde und sollten nicht an einem Schulort fernab der Schulzentren angesiedelt sein, betont Lege.
Kerstin Lege ist bestens vorbereitet
Auf ihre neue Aufgabe ist Kerstin Lege, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern in Oerlinghausen-Helpup lebt, bestens vorbereitet. Die 46-Jährige hat langjährige Erfahrung als Lehrerin an Förder- und Grundschulen. Zunächst studierte sie bis 2004 in Paderborn und Köln Lehramt Primarstufe und Sonderpädagogik mit den Fächern Deutsch, Mathematik und Evangelische Religion und war bis 2012 Förderschullehrerin an der Fröbelschule in Oerlinghausen.
Anschließend wechselte Lege an die Grundschule Helpup, wo sie bis 2021 das „Gemeinsame Lernen“ mit aufgebaut und initiiert hat. Außerdem war sie von 2009 bis 2011 Inklusionsfachberaterin im Schulamt Kreis Lippe. Zudem engagierte Lege sich als Moderatorin für Unterrichtsentwicklung und Inklusion im Kompetenzteam Kreis Lippe, um lippische Schulen auf ihrem Weg weiterzubilden und zu begleiten.
Förderschwerpunkt „Lernen“ unterstützt mit speziellen Hilfen
Der Förderschwerpunkt „Lernen“ unterstützt nach Angaben der Stadt Bad Salzuflen Kinder mit speziellen Hilfen, um Bildungsgänge zu ermöglichen. Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im „Förderschwerpunkt Lernen“ ist bei Schülern anzunehmen, die in ihren Bildungs-, Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt sind. Ziel ist die Heranführung an die Bildungsgänge einer Grund- oder Hauptschule.
Der als „zieldifferent“ bezeichnete Förderschwerpunkt orientiert sich an den Inhalten und Anforderungen einer Grund- und Hauptschule. Im neunten Schuljahrgang können die Schüler den sogenannten „Abschluss der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen“ erreichen. Dieser Abschluss berechtigt zum Übergang in die Klasse 10 einer Hauptschule, an der der sogenannte „Hauptschulabschluss“ möglich ist.