<p class="em_text">Bad Salzuflen-Ahmsen. In der Nacht vom 1. bis 2. März ist die sogenannte „Schnapsbrücke“ mit zwei großen Kränen von ihrer provisorischen Arbeitsbühne neben der A2 wieder an ihre gewohnte Stelle quer über der Autobahn in Höhe Ahmsen gehoben worden. In den dann folgenden rund zweieinhalb Monaten ist augenscheinlich jedoch nicht viel passiert. Die Brücke hat immer noch kein Geländer und kann deswegen nicht von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Dazu hat die A2 in dem Bereich weiter verschlankte Fahrspuren, und es gilt Tempo 80. Ist die Baustelle sozusagen „eingeschlafen“?</p> <p class="em_text">„Nein“, sagt eine Sprecherin der Autobahn GmbH. „Seitdem sich die Brücke wieder an ihrer alten Stelle befindet, werden weiter die Brückenpfeiler und Brückenlager saniert“, so die Sprecherin. Ab kommendem Montag kommt zudem mehr Bewegung in die Baustelle: Dann soll die Montage der neuen Geländer auf der „Schnapsbrücke“ beginnen.</p> <p class="em_text Zwischenzeile" data-semantic="p">Andere Verkehrsführung</p> <p class="em_text">Dafür wird sich die Verkehrsführung auf der A2 ändern. „Während der Montage wird immer mal jeweils eine Fahrspur in jede Richtung voll gesperrt“, so die Autobahn-Sprecherin. Davon sind je nach Verlauf der Arbeiten alle Fahrspuren betroffen. „Es werden aber immer mindestens zwei Fahrspuren in jede Richtung offengehalten.“</p> <p class="em_text">Trotzdem dürfte durch die teilweise Sperrung von einzelnen Spuren die Staugefahr auf der A2 im Bereich Bad Salzuflen steigen.</p> <p class="em_text">Diese Baustellenphase werde „einige Tage“ dauern, so die Autobahn GmbH. Im Anschluss seien vor der Freigabe der Brücke und dem Abbau der Baustellenlenkung auf der A2 noch weitere Restarbeiten zu erledigen. Den genauen Termin der endgültigen Fertigstellung kann die Sprecherin noch nicht nennen. „Aber wir befinden uns ganz klar auf der Zielgeraden.“ Auch zu den Gesamtkosten kann sie noch nichts sagen. Dafür fehle die Schlussabrechnung.</p> <p class="em_text">Gut drei Monate ist die rund 55 Meter lange und mehr als 40 Tonnen schwere „Schnapsbrücke“ entlang der A2 in Fahrtrichtung Dortmund auf ihrer provisorischen Arbeitsbühne saniert worden. Das runderneuerte Bauwerk hat übrigens auch die Farbe gewechselt: Es glänzt jetzt in frischem Hellblau, zuvor war die Brücke in dem rund einem halben Jahrhundert ihres Bestehens grün.</p> <p class="em_text Zwischenzeile" data-semantic="p">Beliebter Tresen</p> <p class="em_text">Der Name „Schnapsbrücke“ (so heißt das Bauwerk auch bei Google Maps) geht zurück auf einen ehemaligen Kolonialwarenladen mit Alkohol-Ausschank und Tresen in Ahmsen zurück. Als in den Jahren 1933 und 1934 die A2 quer durchs Dorf gebaut wurde, sollten die Bürger dies- und jenseits der Autobahn weiter ohne große Umwege zu dem beliebten Geschäft kommen.</p> <p class="em_text">Vor rund 90 Jahren wurde daher in Höhe Ahmsen eine erste Fußgängerbrücke errichtet, die zuletzt in den 1970er Jahren komplett erneuert worden ist. Damals war die A2 an der Stelle übrigens noch vierspurig. Zur Jahrtausendwende wurde die Autobahn auf sechs Spuren erweitert, und in Höhe der Anschlussstelle Herford/Bad Salzuflen entstand ein großes Kleeblatt als Anbindung zur B239.</p> <p class="em_text">Die Polizei Bielefeld hatte einen mobilen Blitzer, einen sogenannten „Enforcement Trailer“ (auch „Semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage“ genannt), vom 8. November bis 24. Februar in der Baustelle auf der A2 in Höhe Ahmsen in Fahrtrichtung Hannover im Einsatz.</p> <p class="em_text">In diesem Zeitraum wurde laut Angaben der Polizei das Tempo von knapp 1,7 Millionen Fahrzeugen gemessen. Dabei hat der Verkehrsdienst der Polizei Bielefeld nach eigenen Angaben 2879 Verstöße festgestellt.</p> <p class="em_text Zwischenzeile" data-semantic="p">Mit Tempo 185 durch die Baustelle</p> <p class="em_text">Davon waren 144 Fahrer mehr als 41 Stundenkilometer zu schnell in der Tempo-80-Zone unterwegs, was ein Fahrverbot zur Folge hat. Die höchste gemessene Geschwindigkeit in der Baustelle mit den drei verengten Fahrspuren betrug 185 Stundenkilometer. Die sich aus den Tempo-Verstößen ergebenden Bußgelder summierten sich laut Angaben des Kreises Lippe auf rund 370.000 Euro.</p>