Bad Salzuflen/Biemsen-Ahmsen. Die Ungeduld im Dorf und in der Umgebung wächst. Wann kann endlich wieder die sogenannte „Schnapsbrücke“ über der A2 in Höhe Ahmsen genutzt werden? Das Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer ist seit Herbst vergangenen Jahres gesperrt. Die Redaktion hakte erneut bei der Verantwortlichen Autobahn GmbH (Hamm) nach. Hieß es Mitte Mai noch, man befinde sich bei der Fertigstellung der Brücke „ganz klar auf der Zielgeraden“, ist jetzt von einer Freigabe bis Jahresende die Rede. Der Grund: „In den kommenden Wochen finden an der Fußwegbrücke über die A2 noch finale Betonarbeiten an den Brückenlagern statt. Für diese Restarbeiten wird der Verkehr auf der Autobahn in den kommenden Wochen noch mal kurzfristig jeweils in einer Fahrtrichtung eingeengt. Es werden jedoch immer drei Spuren aufrechterhalten“, heißt es wörtlich von der Autobahn GmbH. 55 Meter lang und 40 Tonnen schwer Aber das ist noch nicht alles: „Außerdem bessert die ausführende Baufirma in den kommenden Wochen den Korrosionsschutz stellenweise nach, weil dieser beim Einhebe- und Montageprozess stellenweise beschädigt wurde.“ Mit anderen Worten: Auch nicht-sachgemäße Arbeit ist offenbar für die Verzögerungen verantwortlich. Die rund 55 Meter lange und mehr als 40 Tonnen schwere „Schnapsbrücke“ ist nach einer mehrmonatigen Sanierung auf einer provisorischen Arbeitsbühne am Straßenrand in der Nacht vom 1. auf den 2. März dieses Jahres wieder mit zwei großen Kränen in ihre gewohnte Position eingehoben worden. Dafür wurde die A2 einige Stunden voll gesperrt. Immer größerer Verdruss Schon kurz danach zierten Graffiti das Bauwerk, das mit Hellblau (statt Grün) auch eine neue Farbe bekommen hat. An der Brücke wurde das Geländer montiert, doch anschließend tat sich offenkundig an der Baustelle wenig bis gar nichts, so jedenfalls die Wahrnehmung der Ahmser. „Es ist eine große Frage im Dorf, wann wir endlich wieder über die A2 können. Die Verzögerungen sorgen für immer größeren Verdruss“, sagt Ortsausschussvorsitzende Katrin Klei (Grüne). Die Verengung der sechs Fahrspuren auf der A2 in Höhe der Brücke und die Begrenzung auf Tempo 80 wurden Anfang August nach rund neun Monaten wieder aufgehoben. Der Name „Schnapsbrücke“ geht auf einen ehemaligen Kolonialwarenladen mit Alkohol-Ausschank und Tresen in Ahmsen zurück. Als in den Jahren 1933 und 1934 die A2 quer durchs Dorf gebaut wurde, sollten die Bürger dies- und jenseits der Autobahn weiter ohne große Umwege zu dem beliebten Geschäft kommen. Vor rund 90 Jahren wurde daher in Höhe Ahmsen eine erste Fußgängerbrücke errichtet, die zuletzt in den 1970er Jahren komplett erneuert worden ist. Damals war die A2 an der Stelle übrigens noch vierspurig. Zur Jahrtausendwende wurde die Autobahn auf sechs Spuren erweitert, und in Höhe der Anschlussstelle Herford/Bad Salzuflen entstand ein großes „Kleeblatt“ als Anbindung zur B239.