<p data-end="1108" data-start="569">Bad Salzuflen. „Ares“ ist ein stattlicher Hund mit braunem Kurzhaar, etwa 63 Zentimeter Schulterhöhe und rund 25 Kilogramm Gewicht. Seit gut 536 Tagen lebt der etwa 12 Jahre alte Mischling im Tierheim Bad Salzuflen – deutlich länger als die meisten anderen Hunde. Ist er zu alt, um noch ein neues Zuhause zu finden?</p> <p data-end="1108" data-start="569">In unserer Serie „Unvermittelt“, in der Tiere vorgestellt werden, die besonders lange auf ein neues Zuhause warten, stellen wir „Ares“ diesmal vor. „‚Ares‘ ist im Moment ein bisschen unser Sorgenkind“, sagt Melanie Vogt, Leiterin des Hundehauses. „Er hat eine lange Geschichte hinter sich.“</p> <p data-end="1613" data-start="1110">Ursprünglich stammt „Ares“ aus Rumänien. Dort wurde er in einem Shelter gerettet, erlitt jedoch schwere Verletzungen, darunter einen Oberschenkelbruch und Probleme an der Hüfte. Dank deutscher Tierschützer wurde er operiert und nach Deutschland gebracht. „Mittlerweile ist alles super verheilt, er hat Muskeln aufgebaut und ist wieder fit“, erklärt Vogt. Im Zuge dessen erwarte sie keine wesentlichen Tierarztkosten mehr, aber er sei natürlich alt. „Da kann immer mal was sein, das ist klar“, sagt Vogt.</p> <h2 class="Zwischenzeile">Herdenschutzhund</h2> <p data-end="2164" data-start="1615">„Ares“ zeigt deutlich die typischen Eigenschaften eines Herdenschutzhundes. „Er bindet sich stark an seine Bezugsperson, begegnet Fremden zunächst aber mit Misstrauen. Er liebt die Person, die ihn führt, alle anderen findet er eher blöd“, sagt Vogt. Das führte dazu, dass er nach einer ersten Vermittlung in ein Mehrpersonenhaushalt zurückkehrte. „Er hat sich dort nach einzelnen Personen geschnappt, weil er sich unsicher fühlte. Da mussten wir leider entscheiden, dass er zurück ins Tierheim kommt. Die Sicherheit der Menschen muss Vorrang haben.“</p> <p data-end="2636" data-start="2166">Optisch ist „Ares“ ein attraktiver und pflegeleichter Hund. „Bürsten oder kraulen – das genießt er sehr, wenn er Vertrauen gefasst hat“, sagt Vogt. Mit anderen Hunden versteht er sich meist gut, sodass ein Zuhause mit einem zweiten Hund grundsätzlich möglich ist. Wichtig sei, dass Begegnungen mit Besuchern behutsam gemanagt werden. „Man muss verstehen, dass ‚Ares‘ Führung braucht und klare Regeln. Das ist bei einem Hund dieses Alters besonders wichtig“, betont Vogt.</p> <h2 class="Zwischenzeile">Achtet auf alles</h2> <p data-end="3083" data-start="2638">Trotz seines Alters ist „Ares“ noch bewegungsfreudig. „Er ist kein Dauerwanderer, aber normale Spaziergänge über mehrere Kilometer macht er gern. Er braucht die Bewegung, um fit und ausgeglichen zu bleiben.“ Dabei zeigt er auch seinen Beschützerinstinkt: „Ares“ achtet in Haus und Garten auf alles, was ihm fremd erscheint. Wer ihn adoptieren möchte, sollte also erfahren im Umgang mit Hunden sein und ein ruhiges, strukturiertes Zuhause bieten.</p> <p data-end="3444" data-start="3085">Für „Ares“ ist Geduld entscheidend. Vogt empfiehlt, dass Interessenten den Hund zunächst langsam kennenlernen und Schritt für Schritt Vertrauen aufbauen. „Er ist kein hoffnungsloser Fall, aber man braucht sehr viel Zeit und Einfühlungsvermögen. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, bekommt einen treuen Begleiter, der sein Herz an eine Person verschenkt.“</p> <p data-end="4008" data-start="3446">Nach all den Jahren in Rumänien, den Operationen und der langen Zeit im Tierheim wäre es schön, wenn „Ares“ nun ein Zuhause finde, in dem er seine letzten Jahre sicher und geliebt verbringen kann. „Wir hoffen, dass er noch ein, zwei schöne Jahre erleben darf – er hat es mehr als verdient“, sagt Vogt. Übrigens: Letztmalig in diesem Jahr findet der offene Samstag des Tierheims am 4. Oktober von 15 bis 18 Uhr statt. Mit diesem Termin endet auch die diesjährige tierschutzthematische und kulinarische „Weltreise“, bei der ein letzter Halt in Mexiko gemacht wird.</p>