Das Barntruper Kinderdorf ist gefragter denn je

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Die kaufmännische Geschäftsführerin Paula Heising (rechts) und die pädagogische Geschäftsführerin Carmen Ramos führen den Verein Westfälisches Kinderdorf.  - © Westfälisches Kinderdorf
Die kaufmännische Geschäftsführerin Paula Heising (rechts) und die pädagogische Geschäftsführerin Carmen Ramos führen den Verein Westfälisches Kinderdorf.  (© Westfälisches Kinderdorf)

Barntrup/Paderborn. Die Jugendämter geben immer mehr Kinder und Jugendliche in das Kinderdorf Barntrup und seine Partnereinrichtungen. Das stellt Carmen Ramos fest. Sie ist pädagogische Geschäftsführerin des Vereins Westfälisches Kinderdorfs, der in diesem Monat sein 60-jähriges Bestehen feiert und führt das Westfälische Kinderdorf zusammen mit Paula Heising.

Der Paderborner Verein betreibt neben dem Barntruper Kinderdorf ein weiteres in Dissen sowie Kitas, Familienzentren, einen offenen Kinder- und Jugendtreff und mehrere betreute Wohngruppen für junge Erwachsene. 280 Kinder und Jugendliche werden aktuell von 330 Mitarbeitern betreut, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Das Kinderdorf in Barntrup war 1966 eines der ersten in ganz NRW, wenig später folgte die Dissener Einrichtung. Seither sind sie für ein weites Umland wichtig, denn sie nehmen im Auftrag der Jugendämter Kleinstkinder, Schulkinder und auch Jugendliche auf, die nicht länger bei ihren Eltern bleiben können. Je älter die betreuten Kinder und Jugendlichen seien, desto größer sei auch das individuelle Päckchen an Problemen, schreibt der Verein.

Die betreuenden Pädagogen müssten immer mehr wissen und auch mental mehr leisten. Deshalb investiere der Verein in eine „Wohngruppe plus", in der Kinder und Jugendliche mit komplexen Problemen gefördert werden, und in die Mitarbeiter. Dabei gehe es um mehr Wissen, aber auch um eine stärkere Unterstützung, zum Beispiel durch mehr Coaching. Auch die Digitalisierung der Kommunikation komme gut voran, so die Pressemitteilung.

Unterstützung auch für junge Erwachsene

In Aufnahmegruppen, Kinderdorffamilien und Wohngruppen helfen altersgemischte familienähnliche Strukturen beim Eingewöhnen. Kinder, die aus prekären Familienverhältnissen kommen, lernen so feste Tagesstrukturen und Regeln ebenso zu schätzen, wie Erwachsene, auf die man sich verlassen kann. Andere Kinder, die oft Ähnliches erlebt haben, werden mit der Zeit fast wie Geschwister.

Auch wenn die Zuständigkeit durch das Jugendamt oft mit 18 Jahren aufhört, gehe die Unterstützung durch das Kinderdorf weiter: Es helfe mit viel Herzblut und einem eigenen Fonds bei den ersten Schritten in ein selbstständiges Leben. „Wir freuen uns über jede und jeden, die uns auch morgen noch helfen, zeitgemäße Konzepte zu entwickeln und umzusetzen", wird die kaufmännische Geschäftsführerin Paula Heising in der Mitteilung zitiert und bedauert mit Carmen Ramos, dass der 60.Geburtstag nicht groß gefeiert werden könne.

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